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Die Bösenburg bei Gerbstedt

Die Bösenburg, auch Bisingburg genannt, ist eine vorzeitliche Anlage. Ihr Ursprung wird bereits in der Jungsteinzeit gesehen. Die Bandkeramiker hatten im Umfeld bereits zu jener Zeit gesiedelt. Boden und Grabungsfunde legen eine Besiedlung bis zum Beginn der Eisenzeit nahe, wobei der Schwerpunkt anscheinend in der jüngeren Bronzezeit liegt. Allein sieben offene Siedlungen aus dieser Zeit wurden im nahen Umfeld nachgewiesen. Dann wurde die Volksburganlage durch eine Brandkatastrophe zerstört und aufgegeben. Die damalige Anlage mit einem Holz-Erde-Ringwall und davorliegenden Gräben umfasste etwa 15 ha. Auf dem nahegelegenen Goldberg befindet sich das dazugehörige Gräberfeld der Volksburg, von dem über 100 Steinpackungsgräber untersucht worden sind.

Der Fundhorizont öffnet sich erst wieder zum 3. - 4. Jahrhundert. Damals war diese südöstliche Vorharzregion im Besitz der Thüringer. Die Ortsnamen Beesenlaublingen und Beesenstedt sowie der historische Burgname Bisingburg weisen auf den Thüringerkönig Bisino hin. Dieser nahm den von den fränkischen Großen vertriebenen König Childerich I. bei sich auf, der ihm seine Gemahlin Basina entführte (467) und mit ihr Chlodwig I., den Stifter des Frankenreichs, zeugte. Der auch Bisin († vor 510) genannte mitteldeutsche König war mit einer Langobardin namens Menia verheiratet und muss zwischen 506 und 510 gestorben sein, so dass eine offenbar geregelte Thronfolge auf seine drei Söhne Baderich, Herminafried und Berthachar möglich war. Es wird vermutet, dass König Bisino dort seinen Königssitz hatte. Im Umfeld der germanischen Siedlungen wurden Funde römischer Herkunft gemacht (Münzen, Reitersporn, Glas). Früher wurde von Importware oder Kriegsbeute gesprochen. Nach den neusten Erkenntnissen der Anwesenheit der Römer am Südharzrand (Harzhorn, Göttingen) sowie der Verortung des römischen Luppia bei Bernburg (siehe Band 1 Harz-Geschichte S. 95) ist eine Anwesenheit der Römer in diesem Gebiet keinesfalls mehr auszuschließen.

Nach der entscheidenden Schlacht zwischen Thüringern und merowingischen Franken dürfte die Bösenburg 531 in Fränkischen Besitz gekommen sein. Für den Zeitraum 8. - 10. Jahrhundert sind umfangreiche bauliche Aktivitäten nachgewiesen. Zwei Abschnittswälle mit davorliegenden Gräben an der Westseite des Höhenzuges, weisen die Anlage als Fluchtburg (ca. 7 ha) aus. Die Burganlage war auch zentrale Begräbnisstätte, Gerichtsstätte und religiöser Mittelpunkt.

Die erste urkundliche Nennung dieser Burg, die auf einem 170 m hohen, nach Westen vorspringenden, oben flachen Bergrücken seinen Standort hat, erfolgte erst 1164. Der Burgberg ist nach Süden, Westen und Norden durch Steilhänge geschützt und wird mit einer Umlaufschleife vom Fleischbach umflossen. Von 1173-1184 wird die Anlage als Hauptsitz des Landgerichts im nördlichen Hassegau genannt. In diese Zeit wird auch die Erbauung der St. Michaelskirche auf der Burganlage fallen. Diese romanische Wehrkirche mit breitem Westturm ist noch heute erhalten. Von der ehemaligen rundlichen Hauptburg von 80 x 80 m sind heute nur noch Reste erkennbar. Auch wesentliche Teile der Wälle sind zerstört, denn nach Aufgabe der Burg wurde dort ein Steinbruch betrieben.

Die gesamte Burganlage, mit Hauptburg, zwei Vorburgen, Friedhof und Wallanlagen hatte in etwa eine Ausdehnung von 130 x 600 m. Bis 1320 wurde die Bösenburg als Gerichtssitz genannt, dann verstummen alle Nachrichten. Zeitpunkt wie auch Grund der Burgaufgabe sind unbekannt, auch ein Burgherr ist nicht bekannt geworden.

Ein Besuch der Bösenburg, an deren Füßen die Ortschaft Bösenburg liegt, ist schon auf Grund der erhaltenen St. Michaelskirche sehr interessant. In Sichtweite der Böseburg liegt auch das Flurstück „Heilige Breite“, auf dem Bonifatius einst gepredigt haben soll. Diese Legende lässt vermuten, dass die Bösenburg im Frühmittelalter ein Zentrum der Missionarstätigkeit gewesen ist.
Nach der Aufgabe der Bösenburg begann man den besonders schönen Buntsandstein, aus dem der Burgberg besteht, abzubauen. Böhmische Steinmetze brachten das kunstvolle Steinmetzhandwerk zu Beginn des 17.Jahrhunderts in diese Region. Dieses Kunsthandwerk erlangte in Bösenburg eine Reife, dass man sogar von der Bösenburger Steinmetzschule sprach. Einige der damals geschaffenen kunstvollen Arbeiten, lassen sich noch heute im Umfeld der Michaeliskirche bewundern.

Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Bösenburg

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2012

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