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Burg Frauenstein

Es ist ein exponierter Dolomitfelsen, der zwischen Scharzfeld und Bad Lauterberg liegt und Frauensteinklippe genannt wird.

Es wird angenommen, dass der aufragende Frauenstein schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit als fester Platz genutzt wurde. Nur etwa 250 m nordöstlich der Burg Scharzfels gelegen, muss diese Felsklippe für die Burg von strategischer Bedeutung gewesen sein. Mit dem Besitz und der Befestigung des Frauensteins war die Burg Scharzfels von Norden her komplett zu kontrollieren.

Wann die Burg Frauenstein erbaut wurde ist nicht überliefert – befestigt wird der Dolomitfelsen wohl schon seit dem 10. Jahrhundert sein, als die Burg Scharzfels (siehe Burgen und Schlösser Band 1) errichtet wurde. Es gibt die Vermutung, dass Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel die Burg Frauenstein Ende des 16., Anfang des 17. Jahrhundert ausbauen ließ. Der Herzog war im Jahr 1596 durch Erbschaft an den Scharzfels gekommen und sein Interesse am Festungsbau ist in seiner Festungsbauordnung von 1599 dokumentiert.

 Burgruine Scharzfels mit Frauenstein - Stich von Merian um 1650 - Archiv Sternal

Wir wissen, dass die Burg Scharzfels während des Dreißigjährigen Krieges, im Jahr 1627, zur Garnison wurde und in diesem Zusammenhang eine starke Befestigung erhielt. In jenen Jahren dürfte auch der Frauenstein eine tiefgreifende Veränderung erfahren haben; seine Kuppe wurde auf einer Grundfläche von 25 x 30m zur Festung ausgebaut. Diesen verheerenden Krieg, mit all seinem Leid, den Hungersnöten und Seuchen, überstand die Burg Frauenstein anscheinend ohne größere Schäden.

 Burg Frauenstein Grundriss

Während des Siebenjährigen Krieges wurden Scharzfels und Frauenstein von den Franzosen belagert. Es heißt, durch Verrat wurde der Frauenstein mit-samt der Schanze „Schandenburg“ im Jahr 1761 den Franzosen in die Hände gespielt, die diesen dann als Stützpunkt nutzten. Doch noch im selben Jahr zogen die Franzosen ab und zerstörten den Frauenstein wie auch die Burg Scharzfels.

Für die Burg wurden die Dolomitklippen als natürlicher Kern genutzt. Ein Steilabfall nach Südosten sowie ein flaches Vorfeld gaben die Bedingungen vor. Dem etwa 25 x 30 m messenden Bergkegel ist zum Steilhang hin eine Terrasse vorgelagert. Nordwestlich sichert ein Graben mit Vorwall die Burg; zwei weitere Gräben folgen. Südöstlich, vor dem Steilhang, sind noch Kellergewölbe aufzufinden. Ein wohl 1627 hinzugefügter äußerer Befestigungsring weist eine gemauerte Bastion im Nordosten sowie zwei stark verwischte Bastionen im Nordwesten und Südwesten auf.

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2013

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Burgen und Schlösser in der Harzregion: Band 5
Bernd Sternal, Wolfgang Braun
Burgen und Schlösser der Harzregion, Band 5

Am 13.06.2007 habe ich meinen ersten Burgentext geschrieben, inzwischen sind über 7 Jahre vergangen. Seit 2010 ist jährlich ein Band „Burgen und Schlösser der Harzregion“ erschienen – der 5. Band ist nun der letzte. Insgesamt habe ich die Geschichte von 239 Burgen und Schlössern auf über 850 Buchseiten vorgestellt.
Hunderte Grafiken, Zeichnungen, Stiche und Grundrisse illustrieren die Bücher und geben eine Vorstellung vom einstigen Aussehen dieser alten Wehrbauten, von denen heute oftmals nur noch Ruinen, Burgplätze oder Wallanlagen erhalten sind.
Viele Menschen haben mich bei diesem Projekt unterstützt. Alle hier zu nennen würde diesen Rahmen sprengen. Dennoch möchte ich einigen Unterstützern hiermit meinen Dank aussprechen: Ohne die vielen wun-dervollen Rekonstruktions-Zeichnungen von Wolfgang Braun hätten diese Bücher viel von ihrem Charme eingebüßt. Dr. Detlef Schünemann hat als ausgewiesener Burgenkenner wesentlich dazu beigetragen, dass meine Texte ergänzt und abgerundet wurden. Auf Grund des Einsatzes von Detlef und Marianne Schünemann konnten eine ganze Reihe Burgruinen und Wallanlagen erstmals vermessen und, unter Überprüfung älterer Beschreibungen, hier vorgestellt werden.
Durch die dankenswerte Unterstützung der Genannten sowie vieler Ungenannter ist ein Werk entstanden, das hoffentlich Burgenfreunden, Geschichtsinteressierten aber auch kulturhistorisch interessierten Wanderern noch lange Freude bereiten wird.

Gebundene Ausgabe: 26,99 €
176 Seiten, 1 Übersichtskarte, 18 Rekonstruktions- und 36 Grundrisszeichnungen,
12 Stiche, 34 Zeichnungen, Grafiken und Fotos
Taschenbuch: 14,99 €
140 Seiten, 1 Übersichtskarte, 18 Rekonstruktions- und 36 Grundrisszeichnungen,
11 Stiche, 31 Zeichnungen, Grafiken und Fotos