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Die Burg Hettstedt

Zuerst wurde der Ort Hettstedt im Jahre 1046 in einer Schenkungsurkunde von Heinrich III. an das Bistum Meißen genannt. Ob zu jener Zeit schon eine Burganlage vorhanden war, ist bisher ungeklärt. Anzunehmen ist allerdings, dass diese Ansiedlung bereits mit der Erkenntnis der Kupfererzlagerstätten in der Region in Zusammenhang stand. Namensforscher gehen davon aus, dass sich der Name Hettstedt auf den Namen Heiko oder Heco bezieht „Heikos Stätte“, der dann als Siedlungsgründer angesehen werden kann.

Hettstedt muss schnell Bedeutung erlangt haben, denn 1181 wurde der Ort von Heinrich dem Löwen vollständig zerstört. Auch lässt diese Zerstörung auf eine bereits vorhandene Befestigung schließen.

Für Ende das 12. Jahrhundert ist verbrieft, dass Hettstedt Zubehör der Grafschaft Arnstein war. Die historischen Quellen zur Burg Hettstedt sind unvollständig und sehr widersprüchlich. Der Legende nach fanden die Brüder Napian und Neucke 1199 bei Hettstedt Kupfer. Bei dessen Gewinnung fielen auch bedeutende Mengen Silber an. Obwohl mengenmäßig Kupfer dominierte, stellte jedoch vorerst Silber vom Wert her den Hauptteil der Produktion dar. Für diesen Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die Burganlage als Schutz für den Ort, den Bergbau und das Hüttenwesen bereits vorhanden war.

Anzunehmen ist, dass die Burg, wenn nicht schon zur Ortsgründung erbaut, von den Grafen von Arnstein errichtet wurde. Dass, wie aus einigen Quellen hervorgeht, ein Hoyer von Falkenstein der Bauherr war, ist wohl abzulehnen, denn Burgenbau und Burgenbann waren ausschließliche Rechte des Königs. Im 12. Jahrhundert war diese Freiheit schon ohne königliche Erlaubnis möglich, Voraussetzung war allerdings der Eigenbesitz des Landes. Für einen Zweig der Arnsteiner spricht auch, dass bereits 1121 erstmals ein eigener Hettstedter Adel „Coradius de Heikstetten“ genannt wurde. Dies untermauert die Vermutung, dass zu jenem Zeitpunkt schon eine Burg existiert haben könnte.

Die Burg Hettstedt war ursprünglich eine Wasserburg die am westlichen Wipperufer, in der Wipperaue, erbaut wurde; das Dorf befand sich in unmittelbarer Nähe. Bereits 1283 wurde Hettstedt erstmals als Stadt erwähnt, was darauf schließen lässt, dass die Siedlung zu diesem Zeitpunkt auch schon befestigt war. Im 13. Jahrhundert erblühten der Bergbau und die Verhüttung unter den Arnsteiner Herren. Im Jahre 1334 wurde Hettstedt das Stadtrecht verliehen.

Zuvor, um das Jahr 1294, trat Graf Walther IX. von Arnstein in den Deutschen Orden ein. Er übergab sein Eigentum seinem Schwager Otto von Falkenstein. Mit dem Erlöschen der Falkensteiner im Jahr 1334 fiel die Herrschaft an die Grafen von Regenstein. 1341 eroberte der Bischof von Halberstadt im Erbfolgenkrieg mit dem Grafen von Regenstein Stadt und Burg Hettstedt. Ende des 14. Jahrhunderts kam die Burg an die Grafen von Mansfeld. Von 1430 bis 1439 erhielt die Stadt eine Stadtmauer mit drei Toren: Saigertor Richtung Norden, Brückentor über die Wipper nach Osten und das Molmeck-Tor Richtung Südwesten. Die Hettstedter Bürger waren wohlhabend und selbstbewusst geworden und so kam es zu Konflikten mit den Mansfelder Grafen. Nachdem die Bürger der Stadt die Wasserburg besetzt hatten, wurde die Burg 1439 durch den Grafen von Mansfeld und seine Verbündeten belagert und zurückerobert. Hettstedt wurde in Folge Teil der Grafschaft Mansfeld und erlebte ein Jahrzehnt des Niedergangs. Der Aufschwung der Stadt setzte durch die Verleihung einiger Privilegien und durch Einführung des Saigerverfahrens ab 1450 wieder ein. Das Silber konnte nun mit geringerem Aufwand vom Kupfer getrennt werden.

Ab 1443 bis 1573 war die Burg Hettstedt im alleinigen Besitz der Mansfelder Grafen. Im 16. Jahrhundert verlor die Burg zunehmend ihre einstige Schutzfunktion. Auch gerieten Bergbau und Hüttenwesen zunehmend in Schwierigkeiten; die Gründe waren Holzmangel und Wasserhebungsprobleme. Der ganze östlich Unterharz war bereits abgeholzt und hat sich zum Teil, mangels Wiederaufforstung, bis heute nicht wieder bewaldet. Die Schächte wurden immer tiefer und die Wasserhebung bereitete zunehmend Probleme. Diese beiden Faktoren, sowie das drastische Sinken der Silberpreise, führten zu einem erheblichen Rückgang der Produktion. 1573 kam die Stadt als Schuldendienst zurück unter sächsische Oberlehenshoheit, der Bergbau blieb formell jedoch unter Kontrolle der Grafen von Mansfeld. Während des Dreißigjährigen Krieges kam der Bergbau völlig zum Erliegen. Kriegshandlungen, Hungersnöte und den Ausbruch der Pest reduzierten bis 1644 die Zahl der Einwohner der Stadt auf etwa 500, bei nur noch 11 bewohnbaren Häusern.

Durch den Tod des letzten männlichen Mansfelder Grafen Josef Wenzel Nepomuk von Mansfeld-Vorderort-Bornstedt fiel Hettstedt an die Lehnsherren zurück, der Bergbau im Umland der Stadt fiel 1780 an Preußen, während Sachsen vorerst die direkte Kontrolle der Stadt übernahm. Damit war auch die Zeit der Burg endgültig abgelaufen, sie wurde nicht mehr gebraucht und der bereits begonnene Verfall nahm schnell zu.

Die quadratische, kastellförmige Kernburg von 29 x 30m war ursprüngliche von Wassergräben umgeben, die von der Wipper gespeist wurden. Anscheinend war der Kernburg eine Vorburg vorgelagert, worauf die Flurbezeichnungen „Vor der Burg“ hindeuten.

Die Burg, die sich einstmals am äußersten Stadtrand befand, liegt heute in der Stadtmitte – am Busbahnhof. Von der ursprünglichen Burg sind nur noch Teile erhalten: der runde Bergfried, 21 m hoch, 6 m Durchmesser, 2,5 m Mauerdicke, in 10 m Höhe die Turmeingangstür; Teile einer 9 m hohen, 1,85 m dicken Mantelmauer, in deren Nordwestecke der Bergfried eingebunden ist, an die sich im Osten und im Norden ein Flügelgebäude anlehnen, deren Untergeschosse mit Tonnen überwölbt sind. Diese Ost- und Südflügel sind für wirtschaftliche Zwecke umgebaut, früher dienten sie einer Brauerei, was sie wohl vor dem Verfall gerettet hat, und sind daher für Besucher nicht zugänglich.

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2012

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