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Burg Lutter am Barenberge

Sie ist wohl uralt und sie war ein mächtiges Bollwerk im nordwestlichen Harzvorland, die Burg Lutter. In einem Becken, das vom Harz und seinen nördlich vorgelagerten Höhenzügen eingeschlossen ist, dort wo seit vorgeschichtlichen Zeiten der alte Handelsweg von Norden am Harz vorbei nach Süden führte, an dieser bedeutenden, strategischen Position liegt sie. Regional bedeutend war sie schon immer, aber Eingang in die Geschichtsbücher fand sie erst durch den Dreißigjährigen Krieg.

Aber der Reihe nach! Die Region des Lutterbeckens war durch seine Fruchtbarkeit und geschützte Lage schon in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Um die Zeitenwende werden die römischen Legionen unter Drusus und Germanicus auf ihrem Weg zur Elbe wohl auch dort entlang gezogen sein. Später folgten die Franken unter Pippin und Karl dem Großen in ihren Sachsenkriegen.
 

Wann die Burg Lutter an ihrem heutigen Standort erbaut wurde, ist nicht überliefert, auch den Bauherren kennen wir nicht. Erstmals genannt wird der Flecken Lutter im Jahr 956 in einer Urkunde von Otto I., in der er dem Reichsstift Gandersheim seinen Besitz „an der Mark Lutter“ bestätigte. Um 1000 schenkte Otto III. dem Bischof von Paderborn Ländereien bei Lutter. Wenn ein Flecken in einer kurzen Zeitspanne zweimal in kaiserlichen Dokumenten genannt wurde, so können wir davon ausgehen, dass er von einer gewissen Bedeutung war und dass er schon durch eine Fluchtburg gesichert war. Auch wird angenommen, dass es unweit der heutigen Burg Lutter eine Vorgängeranlage gab.

Genannt wurde die Burg erstmals im Jahr 1152, wo sie bei Auseinandersetzungen zwischen Heinrich dem Löwen und Albrecht dem Bären zerstört worden sein soll. Als strategisch bedeutend, scheint sie aber unmittelbar wieder aufgebaut worden zu sein. Es wird davon ausgegangen, dass der noch heute erhaltene Bergfried sowie die noch heute sichtbaren Ausmaße der Burg und ihrer Gräben und Wälle aus jener Zeit stammen.

In den folgenden Jahrhunderten war die Burg Lutter ständiges Streitobjekt zwischen den welfischen Herzögen und den Hildesheimer Bischöfen. Wechselseitiger Besitz kennzeichnet die Lage bis zum Ende der Hildesheimer Stiftsfehde im Jahr 1523. Im Jahr 1259 erwarb der Hildesheimer Bischof Johann die Burg durch Kauf, aber bereits 1307 erscheint Herzog Heinrich der Wunderliche als Eigentümer. Nach dessen Tod im Jahr 1323 wurde die Burg Lutter erneut vom Hildesheimer Stift gekauft, wo sie die folgenden 200 Jahre verblieb. Über lange Zeit, von 1189 bis 1406, erschienen in zahlreichen Urkunden die Herren von Lutter. Sowohl die Hildesheimer Bischöfe, wie auch die welfischen Herzöge setzten zur Verwaltung und Sicherung der Burg Burgmannen ein, die hier aufzuführen eine ganze Liste füllen würde.

Nach Beendigung des Regionalkriegs zwischen den Welfen und dem Stift Hildesheim im Jahr 1523, der als Hildesheimer Stiftsfehde in die Geschichtsbücher Eingang fand, ging die Burg Lutter endgültig an das Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel.

Dann, zu Beginn des 17. Jahrhunderts, verwüstete, verheerte und entvölkerte der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) das Land. Das Land brauchte nach diesem Krieg fast ein Jahrhundert um sich zu erholen. Am 27. August 1626 trafen im Lutterbecken die kaiserlichen Truppen der Katholischen Liga unter Feldherr Tilly auf das protestantische Heer unter dem Dänenkönig und Herzog von Holstein Christian IV. aufeinander. An dieser Schlacht, die als Schlacht bei Lutter in die Annalen eingegangen ist, waren zirka 40.000 Soldaten beteiligt, und es gab 4.000 bis 8.000 Tote. Dänenkönig Christian war der Verlierer dieser Schlacht und konnte fliehen.

Etwa 2.000 seiner Soldaten, darunter ungefähr 200 Offiziere, versuchten sich noch auf die Burg Lutter zu retten, ergaben sich aber vor dem Belagerungsbeginn der Burg. Es wird berichtet, dass die Offiziere noch auf der Burg Lutter hingerichtet wurden.

Schon zu jener Zeit war die Burg Lutter, auf Grund der aufgekommenen Feuerwaffen, nicht mehr zeitgemäß, ihre Verteidigungsanlagen waren veraltet. Die Burg wurde schrittweise umfunktioniert, zum Amts- und Herrenhaus und zum Rittergut. Ab 1852 waren Burg, Gut und Ländereien dann staatliche Domäne, was sie bis in die 1960er Jahre blieb. Im Zuge der Aufsiedlung der staatlichen Domänen wurden die zugehörigen Ländereien an die ortsansässigen Landwirte verkauft. Für die Baulichkeiten der Burg gab es aber keine Verwendung und auch keine Kaufinteressenten. Die Gebäude begannen zu verfallen. Im Jahr 1980 gab es an der Braunschweiger Universität eine Gruppe, die eine Kommune gründen wollte. Für dieses Projekt wurde ein Standort gesucht. Die Entscheidung fiel auf die Burg Lutter. Heute, etwa 30 Jahre später, lebt auf der Burg eine weitgehend unabhängige und selbstorganisierte Kommune, die sich selbst als anarchistisch bezeichnet. Ein Projekt mit vielen glücklichen Tieren und anscheinend auch Menschen; ein Projekt, das nach drei Jahrzenten als gelungen bezeichnet werden kann. Die Luttergruppe zeigt auf, dass man auch außerhalb marktkapitalistischer Strukturen zufrieden leben und trotzdem in der Gesellschaft anerkannt werden kann. Die Burg Lutter und ihre Bewohner sind offen für Gäste, wenn die Gäste offen für sie sind.

Mehr erfahren sie unter http://www.burg-lutter.de
burg-lutter-barenberge/burg-lutter-barenberge

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2011

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Burgen und Schlösser in der Harzregion: Band 2
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor), Wolfgang Braun (Autor)

Burgen und Schlösser der Harzregion, Band 2 Band 2 unseres Burgenführers für die Harzregion schließt sich nahtlos an den erfolgreichen ersten Band an. Wieder werden ihnen 49 Burgen und Schlösser vorgestellt, die Bestandteil der Geschichte der Harzregion sind und wieder werden die textlichen Ausführungen von Bernd Sternal ergänzt durch Rekonstruktionszeichnungen von Wolfgang Braun und Grundrissen von Lisa Berg. Auch seltene alte Stiche haben wir wieder in den Archiven ausgegraben und als attraktive Ergänzung eingefügt.

Wie schon zuvor versuchen wir erneut eine Brücke zu schlagen, zwischen fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen, gepaart mit einer kleinen Portion künstlerischer Fantasie, damit Sie eine bildhafte Vorstellung davon haben, wie diese monumentalen Bauten des Mittelalters einmal ausgesehen haben könnten.

Wir hoffen, dass Ihnen auch dieser Band ein guter Begleiter bei der Erkundung dieser Altertümer sein wird, wie uns für den ersten Band mehrfach bekundet wurde.

Gebundene Ausgabe: 26,99 €
160 Seiten, 29 Grundriss- und 41 Rekonstruktionszeichnungen, 12 Stiche
Taschenbuch: 13,99 €
112 Seiten, 2 Farbseiten, 29 Grundriss- und 41 Rekonstruktionszeichnungen