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Burg Querfurt

Es könnte die Frage aufkommen, warum ich diese Burg für die Harzregion mit aufführe. Die Antwort ist einfach: Die Burg Querfurt ist von überregionaler Bedeutung und sie war geschichtlich immer mit der Harzregion verbunden.
Die Bedeutung des Burgenstandorts, hoch über der ehemaligen Furt durch den Quernebaches, war wohl schon unseren Vorfahren in der Bronzezeit bewusst. Grabstätten der Aunjetitzer Kultur wurden in den letzten Jahren im Vorburggelände von Archäologen ausgegraben und lassen kaum Zweifel.

Später entwickelte sich dieser Standort, im Grenzbereich der Herrschaftsgebiete von Thüringern, Sachsen und Slawen gelegen, zur frühmittelalterlichen Fliehburg. Nach der Unterwerfung der Thüringer durch die merowingischen Franken im Jahr 531, gelangte auch die Region um Querfurt unter fränkische Herrschaft. Aus der Fluchtburg wurde spätestens unter den Karolingern dann ein fränkischer Militärstützpunkt. Dessen Wallanlagen sind vermutlich südlich der Burganlage erhalten geblieben.

Erstmals urkundlich als Burg erwähnt wurde diese Anlage im Hersfelder Zehntverzeichnis aus den Jahren 881/899. Sie ist in diesem historisch bedeutenden Verzeichnis von den 18 aufgeführten Burgen die Bedeutendste.
In einer Urkunde Kaiser Ottos II. von 979 wird die Burg erstmals mit castellum betitelt. Die Burg war seit dem 10. Jahrhundert Stammsitz der Edelherren von Querfurt. Erster beurkundeter Vertreter dieses Geschlechts war Bruno von Querfurt (974–1009).

Mit der Burgenbauordnung von König Heinrich I. begann wohl der Ausbau der Anlage zur steinernen Festung. Jedenfalls stammt die älteste erhaltene Bausubstanz der Burganlage aus jener Zeit. Seit dem 10. Jahrhundert wurde die Burganlage ständig erweitert, umgebaut und modernisiert, bis etwa um 1700. Die Burganlage Querfurt wurde so zu einer der größten mittelalterlichen Burganlagen in ganz Deutschland – etwa sieben Mal größer als die Wartburg.
Im 10. Jahrhundert wurden wohl zuerst mächtige Burgringmauern errichtet und im Inneren steinerne Wohnbauten und Kornspeicher. Diese sehr frühen Massivbauten zeugen von der Bedeutung des Querfurter Adelsgeschlechts, die auch durch ihre verwandtschaftlichen Beziehungen zu den sächsischen Kaisern und Königen eine herausgehobene Stellung einnahmen.

Burg Querfurt hinter Sangerhausen, Zeichnung Lisa Berg

Im Jahr 1004 wurde zeitgleich mit der Stiftung einer Burgkapelle ein Chorherrenstift gegründet. Dem folgte ab 1162 die Errichtung einer romanischen Kirche mitten auf dem Burghof.
Anfang des 12. Jahrhunderts erfolgte auch der Bau des ersten Bergfrieds namens „Dicker Heinrich“, dem Anfang des 13. Jahrhunderts die Errichtung des Marterturms und Anfang des 14. Jahrhunderts der Bau des Pariser Turms folgten. Um 1350 kam die äußere Ringmauer hinzu.
Der „Dicke Heinrich“ ist der einzige romanische Bergfried der Anlage. Erbaut wurde er vermutlich im mittleren bis späten 12. Jahrhundert als Rundturm aus großquadrigen Natursteinen. Die Turmhöhe beträgt 27,5 m, sein Durchmesser 15,5 m und die untere Mauerstärke ist mit 4,35 m rekordverdächtig. Dieser Bergfried wurde als reiner Wehrturm ohne Fenster, Kamin, Abort, Mauertreppen und Gewölbe errichtet. Im 14. Jahrhundert wurde der „Dicke Heinrich“ aufgestockt und mit einem Kranz von Schlitzscharten versehen. Nachdem er im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt wurde, veranlasste Herzog August von Sachsen im Jahre 1664 nicht nur den Wiederaufbau, sondern auch den Einbau von Böden und Treppen.

Der Marterturm wurde nach dendrochronologischen Untersuchungen um 1224 als Wohnturm erbaut. Erst Mitte des 14. Jahrhunderts wurde dieser gewaltige Turm, mit quadratischem Querschnitt, aufgestockt. Neben dem Wohnturm von der Neuenburg gehört dieser Turm zu den wenigen eindeutigen Wohntürmen in Mitteldeutschland. Eine Mauertreppe verbindet die beiden oberen Geschosse, die jeweils mit einem Kamin ausgestattet waren.
Der höchste Turm ist auch der Jüngste. Der ca. 30 m hohe Pariser Turm wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut. Seiner barocken Haube verdankt er wohl den Namen Pariser Turm.

Die Familie der Herren von Querfurt erlosch mit dem Tode Bruno XI. im Jahre 1496. Querfurt und seine Burg wurden dann als Lehen des Erzbistums Magdeburg wieder eingezogen. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieg, von 1640 bis 1642 wechselte die als uneinnehmbar geltende Festung nach heftigen Belagerungen und Beschießungen mehrfach den Besitzer. Die sich anschließende Besatzungszeit der Schweden dauerte von 1642 bis 1650. Im Jahr 1663 machten die reichsunmittelbaren Fürsten von Sachsen-Querfurt die Anlage zu ihrer Residenz und damit Querfurt zur Hauptstadt ihres Territoriums. Von 1660 bis 1668 wurde deshalb das so genannte Fürstenhaus erbaut.

Burg Querfurt hinter Sangerhausen, Zeichnung Lisa Berg

Im Jahr 1815 fielen Stadt und Burg dann an Preußen, woraufhin die Burganlage zur Domäne umgewandelt wurde. Dieser Status wurde erst 1936 aufgelöst. Im 19. Jahrhundert wurde die Burgkirche barock umgestaltet sowie 1903 restauriert. 1972 wurden Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen begonnen sowie umfangreiche Bauforschungen und archäologische Grabungen, die bis heute nicht abgeschlossen sind.

Heute ist die Burg eine Station an der Straße der Romanik. Im Kornhaus ist ein Burgmuseum mit Dauerausstellungen zur Geschichte der Burg und der Stadt sowie zur Ur- und Frühgeschichte untergebracht. Auf einer benachbarten Freifläche vor der Burgmauer besteht ein Bauernmuseum mit Wohnhaus und Landtechnik.

Das Fürstenhaus wurde umgebaut: Fürstensaal, Cafésalon, Kaminfoyer und Fürstenkeller werden nach umfassender Renovierung gastronomisch genutzt.
Eine Trauung auf der Burg ist sowohl standesamtlich als auch kirchlich möglich, denn der Trausaal im Korn- und Rüsthaus und die wiedereröffnete Burgkirche bieten ein dazu geeignetes Ambiente. Außerdem werden auch Burgführungen angeboten, und der begehbare Pariser Turm wird als Aussichtsturm genutzt. Finden können Sie die Burg im süd-östlichen Harzvorland hinter Sangerhausen Richtung Allstedt, danach kommt der Ort Querfurt mit der gleichnamigen Burg.

In den vergangenen Jahren hat sich der heimliche Star unter den Drehorten Mitteldeutschlands seinen neuen Titel „FilmBurg“ redlich erarbeitet. Zahlreiche nationale & internationale Produktionen wurden hier gedreht, darunter „Der Medicus“, „Die Päpstin“ oder die Märchen „Die zertanzten Schuhe“ und „Jorinde & Joringel.“

Öffnungszeiten:
April – Oktober: 10:00 bis 18:00 Uhr
Montags geschlossen
November – März: 10:00 bis 16:00 Uhr
Montags geschlossen

Anschrift:

Burg Querfurt
06268 Querfurt
Telefon: 034771 / 5 21 90
Telefax: 034771 / 52 19 99
Email: burg.querfurt@saalekreis.de
Homepage: www.burg-querfurt.de

Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Querfurt
Link zu Google-Map: http://maps.google.de/

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Copyright der Fotos Wikipedia und der Texte Bernd Sternal 2012/2016

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Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor), Wolfgang Braun (Autor)
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Auch Band 3 unseres beliebten Burgenführers für die Harzregion schließt sich nahtlos an Band 1 und 2 an. In diesem Band werden Ihnen 46 Burgen und Schlösser vorgestellt, die Bestandteil der Geschichte der Harzregion sind. Wieder werden die textlichen Ausführungen von Bernd Sternal ergänzt durch Rekonstruktionszeichnungen von Wolfgang Braun sowie Grundrissen und Zeichnungen von Lisa Berg. Erneut haben wir für Sie auch seltene alte Stiche aus den Archiven ausgegraben und als attraktive Ergänzung eingefügt.
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