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Letzte Zuflucht der Templer - Burg Beyernaumburg

Der Tempelritterorden war bei seiner Gründung im Jahr 1118 der erste geistliche Ritterorden. Nach Ende des 1. Kreuzzuges wurde Jerusalem Anziehungspunkt für viele Pilger, aber auch für Abenteurer und Kaufleute. Der Landweg nach Jerusalem aber war sehr unsicher, da Räuber ständig die Reisenden überfielen. Den überlieferten Quellen nach (Bericht des Erzbischofs Wilhelm von Tyrus) gründeten neun französische Ritter den Orden, den sie „Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem“ nannten. Als Ordensgründer gelten Hugo von Payens und Gottfried von Saint-Omer. Der in Jerusalem gegründete Ritterorden mit seinen 72 Ordensregeln erlebte einen schnellen Aufschwung in ganz Europa und er kam schnell zu Wohlstand und Reichtum, was auf zahlreichen Landschenkungen in ganz Europa beruhte, denn der Ritterorden beschäftigte sich nicht nur mit Kriegshandwerk und Glaubensfundamentierung, nein, er war auch kaufmännisch sehr erfolgreich.

In besten Zeiten hatte der Orden etwa 15.000 Mitglieder und verwaltete ca. 9.000 Besitzungen in ganz Europa und war dem Papst direkt unterstellt. Doch schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde der Niedergang des Templerordens eingeleitet. Die Gründe waren sicherlich sehr vielfältig, entscheidend war aber wohl, dass der Orden dem französischen König Philipp IV. und dem aus Frankreich stammenden Papst Clemens V. einfach zu mächtig wurde. Zumal der Orden auch eine Mitgliedschaft des französischen Königs ablehnte. Intrigen wurden geschmiedet, um den Orden zu zerstören und sich dessen Besitztümer anzueignen. Am 14. September des Jahres 1307 wurde von Philipp IV. Haftbefehl für alle Templer erlassen.
 

Der damalige deutsche König, Albrecht I., war aber nicht bereit, die Templer in Deutschland zu verfolgen. Doch auch auf ihn wurde insbesondere der Druck des Papstes immer größer. In der Harzregion war der Erzbischof von Magdeburg, Burchard III., angesagter Gegner der Templer. Er erließ im Jahr 1308 den Befehl, die Templer des Sprengels Halberstadt sowie weiterer Sprengel der Harzregion festzusetzen. Das brachte aber den Halberstädter Bischof Albert auf den Plan, einen Templerunterstützer und die Templer der Harzregion gaben nicht kampflos auf.

Jetzt tritt die Burg Beyernaumburg in den Fokus der Geschichte. Die Templer zogen sich auf diese Burg im Vorland des Südharzes zurück, die unweit von Sangerhausen lag. Diese Burg war eine uralte Reichsburg, die schon unter Karl dem Großen erwähnt wurde. Anfang des 12. Jahrhunderts gab Kaiser Heinrich V. die Burg dem bayrischen Grafen Wichmann von Gleuß-Seeburg zu Lehen (daher Beyernaumburg). Ende des 12. Jahrhunderts kam die Burg durch Schenkung dann an das Erzstift Magdeburg. Ausgerechnet auf dieser Burg, die Erzbischof Burchard unterstand, verschanzten sich die Templer. Für diesen natürlich eine willkommene Möglichkeit, der Templer habhaft zu werden. Er ließ die Burg belagern und baute zu diesem Zweck zwei nahe gelegene Kirchen als Befestigungsanlagen aus. Aber in dieser Zeit bestand schon eine enge Verquickung zwischen politischer und kirchlicher Macht. So besaß der Erzbischof von Magdeburg die politische Macht in dieser Region, der Bischof Albrecht von Halberstadt die kirchliche. Doch Albrecht wollte die Zweckentfremdung seiner Gotteshäuser nicht hinnehmen.

Auch, dass der Erzbischof die beschlagnahmten Templergüter im Halberstädter Bistum nicht herausgeben wollte, nahm Albrecht übel. Es kam zu einem bis dato einmaligen Vorgang, in dem der Halberstädter Bischof den Magdeburger Erzbischof mit dem Kirchenbann belegte. Mit diesem unnachgiebigen Vorgehen seines Amtskollegen hatte der Erzbischof wohl nicht gerechnet, er machte einen Rückzieher und sicherte den Templern Sicherheit und die Aussetzung weiterer Festsetzungsmaßnahmen zu, was dem Tempelritterorden aber nicht das Fortbestehen sicherte. Im Jahr 1312 war der Templerorden endgültig zerstört, der Papst hob den Orden auf und der letzte Großmeister, Jacques de Molay, wurde im Jahr 1314 verbrannt.

Burg Beyernaumburg aber bestand weiter, zwar in häufig wechselndem Besitz, dafür dauerhaft. Im Jahr 1430 wurde die Burg an die Grafen von der Asseburg verkauft und blieb im Besitz dieses Geschlechts bis zu dessen Aussterben im Jahr 1628. Im gleichen Jahr kam das bekannte deutsche Adelsgeschlecht von Bülow in den Besitz der Burg. Ab dem Jahr 1815 diente die einstige Reichs- und Grafenburg dann nur noch als Rittergut. Im Jahr 1865 ließ Victor von Bülow die stark desolate und nicht mehr zeitgemäße Burg abreißen und dafür ein neues Schloss im neugotischen Stil an gleicher Stelle errichten.

Der Schlosspark wurde im Auftrag von Friedrich von Bülow (1760–1831) anlegt. 1864 wurde die 300 ha große Parkanlage des Schlosses vom "Gartenkünstler mit der Axt" Eduard Petzold (1815 - 1891), einem Schüler Hermann von Pückler, neu gestaltet. Besonders geschickt gestaltete er die Überleitung zum umgebenden Wald. Zahlreiche Rad- und Fußwege führen zu idyllischen Plätzen, Wasserläufen und Obstplantagen in der Parkanlage. Ein Besuch im Park ist zu jeder Jahreszeit zu empfehlen, besonders schön das Farbenspiel der herbstlichen Laubbäume.

Heute zeugt über dem Rohnetal, oberhalb des Ortes Beyernaumburg, neben dem neugotischen Schloss, nur noch der Rest der einstigen Ringmauer und ein mächtiger Bergfried von 8 x 8 x 30 Meter von der einstigen Burg. Das Schloss samt Park dient heute als Alten- und Pflegeheim.

Übrigens, im Jahr 2007 öffnete der Vatikan seine Archive für Forschungsarbeiten bezüglich der Geschichte des Templerordens. Die vorgefundenen Dokumente besagen zweifelsfrei, dass alle Anschuldigungen, die der Anlass zur Zerschlagung des Ordens waren, falsch waren. Aber die Legenden um die Tempelritter sind weiter lebendig. Und auch der sagenhafte Schatz der Templer, wird bis heute vergebens gesucht.

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2009/2011

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Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor), Wolfgang Braun (Autor)
Burgen und Schlösser der Harzregion

In den einschlägigen Touristenführern und Bildbänden über den Harz, finden wir immer die selben Burgen und Schlösser, die als Wahrzeichen und Ausflugsattraktion vorgestellt werden. Aber der Harz hat sehr viel mehr, dieser faszinierenden, mittelalterlichen Altertümer, die in keinem Reiseführer vorkommen. Es sind die zahlreichen Ruinen der Harzer Burgen und Schlösser, von deren Aussehen wir kaum eine Vorstellung haben. Das Autorenteam hat lange gearbeitet und nun liegt das Resultat als Buch vor. Es vermittelt ihnen in einzigartiger Weise, wie diese legendären, von Mystik umwehten Relikte einer längst vergangenen Zeit, einmal ausgesehen haben könnten. Mittels detaillierter Rekonstruktions- und Grundrisszeichnungen sowie historischer Zeichnungen und Stiche und umfassenden geschichtlichen Fakten, können sie sich ein Bild von der Harzregion im Mittelalter machen. Wir wünschen ihnen viel Freude dabei und möchten sie schon neugierig machen auf den II. Band der bald folgen wird.

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