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Wallburg und Königspfalz Pöhlde

Das Dorf Pöhlde ist heute ein Stadtteil von Herzberg am Harz im Landkreis Osterode. Pöhlde liegt am Nordrand des Rotenbergs, eines 14 km langen, bis zu 2 km breiten und 317 m hohen Höhenzuges im Niedersächsischen Bergland, mitten im Urstromtal der Oder. Die ganze Region zwischen Rotenberg und Harz war schon in vorchristlicher Zeit besiedelt, wie zahlreiche Funde belegen, in Pöhlde selbst werden Ausgrabungsfunde auf das 2. bis 4. Jahrhundert datiert. Über dem Dorf, auf dem Rotenberg, liegt eine Ringwallanlage mit den Abmessungen 220 x 120m. Diese Anlage war in eine Hauptburg und eine Vorburg unterteilt und diente wahrscheinlich als Fliehburg.

Viel weiß man nicht über diese Befestigungsanlage, die erstmals 927 in einer Schenkungsurkunde von Heinrich I. an seine Frau Mathilde von Ringelheim erwähnt wurde. Eine alte Sage berichtet, das König Heinrich dem Vogeler dort 919 die Königskrone angetragen worden sein soll. Da ihm die Gesandten laut Sage diese Nachricht beim Vogelfang überbrachten, wurde dieser Ort Vogelherd genannt. Eine gleichlautende Sage gibt es allerdings auch für Quedlinburg, dort wird allerdings der Ort der Verkündung Finkenherd genannt.

Aber lassen wir Johann Nepomuk Vogls Ballade zu uns sprechen:
Heinrich der Vogler
Herr Heinrich sitzt am Vogelherd, recht froh und wohlgemut. Aus tausend Perlen blinkt und blitzt der Morgenröte Glut. In Wies’ und Feld, in Wald und Au, horch welch ein süßer Schall! Der Lerche Sang, der Wachtel Schlag, die süße Nachtigall! Herr Heinrich schaut so fröhlich drein: „Wie schön ist heut’ die Welt! Was gilt’s? Heut gibt’s ‘nen guten Fang!“ Er lugt zum Himmelszelt. Er lauscht und streicht sich von der Stirn, das blondgelockte Haar: „Ei doch, was sprengt denn dort herauf, für eine Reiterschar?“ Der Staub wallt auf, der Hufschlag dröhnt, es naht der Waffen Klang. „Daß Gott! Die Herren verderben mir den ganzen Vogelfang!“ Ei nun, was gibt’s? Es hält der Troß vorm Herzog plötzlich an. Herr Heinrich tritt hervor und spricht: „Wen sucht ihr Herrn? Sagt an!“ Da schwenken sie die Fähnlein bunt und jauchzen: „Unsern Herrn! Hoch lebe König Heinrich! Hoch des Sachsenlandes Stern!“ Dies rufend, knien sie vor ihm hin und huldigen ihm still und rufen, als er staunend fragt: „‘s ist deutschen Reiches Will’!“ Da blickt Herr Heinrich tiefbewegt hinauf zum Himmelszelt: „Du gabst mir einen guten Fang! Herr Gott, wie dir’s gefällt!“

Wo aber Heinrich I. wirklich die Königskrone empfangen hat, konnte bis heute nicht geklärt werden. Nordhausen, Quedlinburg, Mühlhausen und andere frühe Pfalzen erheben denselben Anspruch wie Pöhlde.

Zahlreiche archäologische Grabungen auf dem Pfalzgelände lassen den Schluss zu, dass die Anlage auf das 8.-10. Jahrhundert zu datieren ist. Auch wird angenommen, dass sie eine Gründung des sächsischen Geschlechts der Liudolfinger ist. Diese Anlage wurde wohl erweitert, nachdem König Heinrich I. seine Burgenbauordnung erlassen hatte. Nachdem um 927 unten in Pöhlde die Königspfalz auf dem Landgut von Mathilde entstand, verlor diese Befestigungsanlage anscheinend ihre Bedeutung und wurde aufgegeben. Wann das war, konnte bisher nicht belegt werden. Bei einer Grabung von 1956 - 62 konnte belegt werden, dass eine Verbindung zwischen der alten Wallburg und der neueren Königspfalz bestanden hat. Wahrscheinlich diente die Wallburg anfänglich als Fluchtburg für die Bewohner des Adels- und Königshofes und wurde erst später, nachdem auch die Pfalz über die erforderlichen Befestigungsanlagen verfügte, aufgegeben.

Nach dem Tod von Heinrich I. bat Mathilde Ihren Sohn Otto I. die Pfalz nebst Landgut in ein Kanonikerstift umzuwandeln. Kaiser Otto I. kam dem Wunsch seiner Mutter nach, 952 unterzeichnete er eine Urkunde, in der er anordnete, neben der Pfalz eine Mönchsabtei zu errichten, die von Benediktinern besiedelt wurde. Das Pfalz-Stift führte zu weiteren Ansiedlungen und verhalf dem Ort Pöhlde zunehmend zu Bedeutung. Die Pfalz, die direkt mit dem Kloster verbunden war, entwickelte sich prächtig. Bei Otto selbst, sowie bei seinen Nachfolgern, besonders aber bei Heinrich II., war die Pfalz äußerst beliebt. Davon zeugen die zahlreichen Besuche von Kaisern und Königen, wovon 27 dokumentiert sind.

Nachhaltig bis heute wirkt, entsprechend der Legende, der Weihnachtsbesuch von Heinrich II. 1007 in Pöhlde. Zu Ehren des Kaisers dichtete Pater Laurentius einen Weihnachtsgesang, der uns bis heute erhalten geblieben ist. Diese Verse „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ vertonte 1621 der Komponist Michael Praetorius und erklingt seitdem als viel gesungenes Weihnachtslied. Weil die Königspfalz Pöhlde besonders oft zu Weihnachten von den gekrönten Häuptern besucht wurde, erhielt die Pfalz den Namen „Weihnachtspfalz“. Im Jahr 1012 suchte zu Weihnachten Gegenpapst Gregor VI. in Pöhlde Heinrich II. auf, um dessen Anerkennung zu bekommen.

Zuvor hatte Pöhlde schon 1002 Geschichte geschrieben, als Herzog Ekkehard von Thüringen von Siegfried II., Benno von Northeim und Heinrich und Udo von Katlenburg dort ermordet wurde, weil er Ansprüche auf den deutschen Thron erhob.
Mit zunehmendem Besitz und Einfluss des Klosters, verlor die Pfalz an Bedeutung. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster dann erheblich zerstört und verlor dadurch ebenfalls an Bedeutung. 1596 ging der gesamte Klosterbesitz an das Welfenhaus. Der letzte Versuch, das Kloster wieder aufleben zu lassen, scheiterte und im dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde es endgültig zerstört. 1668 wurde dann auf den Grundmauern der alten Klosterkirche die heutige Kirche erbaut.

Von 1964 bis 1974 wurden auf dem Pfalzgelände auf über 1700 qm archäologische Grabungen durchgeführt. Dabei wurden die Grundmauern des Pfalzkomplexes freigelegt, der aus mindestens 12 Gebäuden bestand. Heute sind die Grundmauern des früheren Klosterkreuzganges durch Steinplatten dargestellt. Zu bestaunen ist in Pöhlde auch eine über 1000 Jahre alte Gerichtslinde.

Weitere Informationen unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Pöhlde

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Copyright der Fotos Wikipedia
und der Texte Bernd Sternal 2011

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