Ausflugsziele Startseite

 
Rubriken:
> Action & Freizeit
> Ausgewählte
   Hotels & Pensionen

> Baden im Harz
> Burgen & Schlösser
> Dome, Kirchen & Klöster
> Familie & Kinder
> Garten- & Parkanlagen
> Geschichte
> Harzer Persönlichkeiten
> Harzer Traditionen &
   Handwerk

> Höhlen & Bergwerke
> Kultur
> Motorradtouren
> Mühlen im Harz
> Museen
> Natur & Nationalpark
> Reiten & Kutschfahrten
> Schlemmen
> Seen & Talsperren
> Tiere & Tiergärten
> Traumhochzeit im Harz
> Türme & Warten
> Wandern & Radeln
> Wellness & Gesundheit
> Wissenswertes

> Harz-Hotels online 
   Buchen mit Booking >>>

> Suchmaschine

> Anfrage an Gastgeber
   im Harz
  
Lassen Sie sich ein
   individuelles Angebot für
   Ihren Harzurlaub erstellen.

> Harzorte mit Gastgebern
> Last-Minute Angebote
   im Harz

> Video's vom Harz
> Webcam's vom Harz

> Harz Radio Archiv
> Harz-Karte
> Geheimtipp-Forum
   im Harz- Urlaub

 

 
 

Obere Sachsenburg bei Oldisleben

Sachsenburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Oldisleben im Kyffhäuserkreis in Thüringen. Die Ortschaft liegt direkt an der nur knapp 500 Meter breiten Thüringer Pforte, dem Durchbruch der Unstrut durch die Höhenzüge der Hainleite und der Schmücke in etwa 130 Metern Höhe. Bei Sachsenburg mündet die thüringische Wipper in die Unstrut.

Bedingt durch die strategische Lage des beherrschenden Wächterberges ist eine vor- und frühgeschichtliche Nutzung dieses Unstrut-Durchbruches von der Jungsteinzeit bis ins frühe Mittelalter durchgehend mit Bodenfunden belegt.

Dieser Durchgang wurde im Hochmittelalter durch eine zweiteilige Burganlage gesichert: die Obere und die Untere Sachsenburg. Die Obere Sachsenburg liegt auf dem östlichen Ende eines Hainleite-Kammes, der 254 m ü. NN erreicht. Bezugnehmend auf die vorliegenden Funde kann davon ausgegangen werden, dass die hochmittelalterliche Anlage auf dem Kernwerk einer fränkischen Anlage aus dem 7. bis 8. Jahrhundert errichtet wurde. Erste urkundliche Nachrichten stammen allerdings erst aus dem 11. Jahrhundert, als die Grafen von Orlamünde Grundherren waren.

Der Besitz gelangte dann durch Erbfolge an die Fürsten von Anhalt. Von 1252 bis 1298 war Siegfried I. von Anhalt regierender Landesfürst. Seine Mutter war Irmingard von Thüringen. Nach dem Tode des letzten ludowingischen Thüringer Landgrafen Heinrich Raspe im Jahr 1246 besetzte Siegfried im Verlauf des thüringisch-hessischen Erbfolgekrieges die Landgrafschaft, auf die er Erbansprüche als Sohn Irmingards erhob. Er verzichtete jedoch zugunsten der Wettiner auf die Landgrafschaft, wofür er eine Entschädigung erhielt. Im Jahre 1273 war Siegfried einer der Kandidaten für die Königswahl, die Rudolf von Habsburg für sich entschied.

Wann und von wem die Obere Sachsenburg erbaut wurde, ist nicht überliefert, es dürften aber die Grafen von Orlamünde oder die Fürsten von Anhalt gewesen sein. Im Jahr 1246 erfolgt die erste ausdrückliche Nennung dieser Anlage. Die „Saxinburg“ sollte auf Betreiben von 15 thüringischen Adligen geschleift werden, um dem Landgrafen Heinrich I. Beistand zu leisten. Die Burg muss zu diesem Zeitpunkt also bereits in verteidigungsfähigem Zustand bestanden haben. Doch zerstört wurde sie wohl nicht, denn 1287 wurde sie erfolgreich gegen König Adolf von Nassau verteidigt. Zu jener Zeit scheint sich unter den Anhalter Fürsten aus den Burgmannen ein eigener Adel gebildet zu haben. Durch die Heirat des Dietrich von Hohnstein mit Sophia von Anhalt kam die Burg 1316 dann an die Grafen von Hohnstein. Im Jahr 1319 wurde urkundlich erstmals zwischen der Oberen und der Unteren Sachsenburg (auch Hakenburg genannt) unterschieden, auf die wir im anschließenden Kapitel eingehen werden.

Ebenfalls durch Heirat kam die Burg im Jahr 1335 an den Grafen von Beichlingen. Er verpfändete das „Oberhus zu der Sachsenburg“ an die Grafen von Hohnstein und von Schwarzburg. Die Pfandschaft wurde aber wohl bald wieder eingelöst; nach dem Tode des Grafen Heinrich von Beichlingen im Jahr 1378 wurde die Burg Witwensitz seiner Gemahlin, der Gräfin Adelheid.

Nachdem die Gräfin im Jahr 1405 verstorben war, wurde die Burg Eigentum der Thüringer Landgrafen und der sächsischen Herzöge. Im Gegensatz zur Hakenburg blieb die obere Burg jedoch außerhalb des Amtsbezirkes und wurde von Herzog Georg von Sachsen zeitweilig an die Herren von Bendeleben verliehen. Bis zum Jahr 1815 blieb die Obere Sachsenburg im Besitz der sächsischen Herzöge, dann ging der Besitz an das preußische Königreich über.

Bereits im 16. Jahrhundert hatte die Obere Sachsenburg ihre strategische Bedeutung als Wehranlage verloren. Wohl unter Hans von Bendeleben nimmt sie endgültigen Schloss-Charakter an. Die militärische Bedeutungslosigkeit der Burg wird auch dadurch dokumentiert, dass sie während des gesamten Dreißigjährigen Krieges nicht angegriffen oder versehrt wird. Allerdings kommt Burgherr Dieter Wolf von Bendeleben im Jahr 1628 ums Leben; er wurde von marodierenden Soldaten ermordet. Mit seinem Tode begann die Obere Sachsenburg zu veröden; 1700 war sie dann verlassen. Schnell schritt der Verfall fort; in den Jahren 1803/04 wurde der Hauptflügel abgebrochen und 1825 wurde die Burg leider zum vollständigen Abbruch freigegeben.

Der Platz der Oberen Sachsenburg ist außer nach Norden hin von einem tiefen, in den Fels geschlagenen Ringgraben mit Vorwall umgeben. Die Gesamtausdehnung der Anlage – über die Wallkronen gemessen – beträgt etwa 60 x 110m. Auf der abfallenden Nordseite – wo Wall und Graben fehlen – zeichnet eine Terrasse den alten Aufgang vor. Der Burgplatz wird durch einen tiefen Quergraben in eine östliche Vorburg und eine westliche Hauptburg mit Bergfried und Palas unterteilt. Gemäß F. Stolberg sind Quergraben und Vorburg bei dem Umbau des Palas zur Gaststätte von 1880 bis 1890 zugefüllt bzw. durch die Anlage von Gastterrassen stark verändert worden, so dass heute nur noch Bergfried und Palas allein das alte Bild zeichnen. Der Bergfried hat eine rechteckige Grundfläche von 6,8 x 7.8 m bei einer Mauerstärke von 1,4 m und nimmt die Nordwestspitze des Areals ein. Er hat eine Höhe von 20 m; in 11 m Höhe befindet sich die Eingangstür mit Spitzbogen und Kragsteinen. Der Bergfried wurde mit einer Erdgeschoss-Tür zum Aussichtsturm hergerichtet. Der Palas hat sich aus einem rechteckigen Grundriss von 9 x 18 m entwickelt, ist aber durch ein Abkanten der über der Grabenflucht stehenden Südwestecke fünfeckig geworden. Die erhaltene Höhe beträgt 11 - 16 m, bei einer Mauerdicke von 1,3 m. Im Inneren wurden durch den 1890 erfolgten Ausbau zur Gaststätte umfangreiche Veränderungen vorgenommen. Die ursprüngliche Eingangstür befand sich auf der Nordwestseite; im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde eine neue Spitzbogentür auf der Südostseite, nahe der Ost-Ecke, eingebaut. Die gesamte Ost-Ecke des Palas war, wie alte Fotos von 1880 zeigen, ausgebrochen und wurde 1890 erneuert und mit neugotischen Fenstern ergänzt. Leider ist der zum Gasthaus umgebaute Palas im Mai 1945 ausgebrannt.

Die Obere Sachsenburg ist als mittelalterliche Burg in die gewaltige Burgwallanlage Sachenburg-Wächterberg eingefügt, deren Ursprung in vor- und frühgeschichtliche Zeit (jüngere Bronze-Zeit) zurückreicht.

Weitere Informationen: Untere Sachsenburg

>>> Gastgeber in Sangerhausen

zurück

Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2014

Links zu Harz-Urlaub

 
 Ausflugsziele nach Orten:
 
Alexisbad
Allrode
Altenau
Altenbrak
Aschersleben
Bad Grund
Bad Harzburg
Bad Lauterberg
Bad Sachsa
Bad Suderode
Ballenstedt
Benneckenstein
Blankenburg
Braunlage
Brocken
Clausthal-Zellerfeld
Dankerode
Derenburg
Duderstadt
Elbingerode
Elend / Mandelholz
Gernrode
Goslar
Hahnenklee
Halberstadt
Harzgerode
Hasselfelde
Herzberg
Ilfeld
Ilsenburg
Langelsheim
Lautenthal
Mansfeld
Meisdorf
Nationalpark
Nordhausen
Osterode
Quedlinburg
Rübeland
Sangerhausen
Schierke
Schladen
Seeland
Seesen
St. Andreasberg
Stecklenberg
Stolberg
Tanne
Thale
Trautenstein
Treseburg
Vienenburg
Walkenried
Wernigerode
Wildemann
Wippra
Wolfshagen
Worbis
Zorge
 
Weitere Empfehlungen!
 
Werben auf
Ausflugsziele-Harz.de
 
Gratis Reiseführer
   
 
   
  Hier kostenlosen Reiseführer aus dem Harz anfordern!
   
 
 
Werben auf Ausfugziele im Harz
 
Burgen und Schlösser in der Harzregion: Band 5
Bernd Sternal, Wolfgang Braun
Burgen und Schlösser der Harzregion, Band 5

Am 13.06.2007 habe ich meinen ersten Burgentext geschrieben, inzwischen sind über 7 Jahre vergangen. Seit 2010 ist jährlich ein Band „Burgen und Schlösser der Harzregion“ erschienen – der 5. Band ist nun der letzte. Insgesamt habe ich die Geschichte von 239 Burgen und Schlössern auf über 850 Buchseiten vorgestellt.
Hunderte Grafiken, Zeichnungen, Stiche und Grundrisse illustrieren die Bücher und geben eine Vorstellung vom einstigen Aussehen dieser alten Wehrbauten, von denen heute oftmals nur noch Ruinen, Burgplätze oder Wallanlagen erhalten sind.
Viele Menschen haben mich bei diesem Projekt unterstützt. Alle hier zu nennen würde diesen Rahmen sprengen. Dennoch möchte ich einigen Unterstützern hiermit meinen Dank aussprechen: Ohne die vielen wun-dervollen Rekonstruktions-Zeichnungen von Wolfgang Braun hätten diese Bücher viel von ihrem Charme eingebüßt. Dr. Detlef Schünemann hat als ausgewiesener Burgenkenner wesentlich dazu beigetragen, dass meine Texte ergänzt und abgerundet wurden. Auf Grund des Einsatzes von Detlef und Marianne Schünemann konnten eine ganze Reihe Burgruinen und Wallanlagen erstmals vermessen und, unter Überprüfung älterer Beschreibungen, hier vorgestellt werden.
Durch die dankenswerte Unterstützung der Genannten sowie vieler Ungenannter ist ein Werk entstanden, das hoffentlich Burgenfreunden, Geschichtsinteressierten aber auch kulturhistorisch interessierten Wanderern noch lange Freude bereiten wird.

Gebundene Ausgabe: 26,99 €
176 Seiten, 1 Übersichtskarte, 18 Rekonstruktions- und 36 Grundrisszeichnungen,
12 Stiche, 34 Zeichnungen, Grafiken und Fotos
Taschenbuch: 14,99 €
140 Seiten, 1 Übersichtskarte, 18 Rekonstruktions- und 36 Grundrisszeichnungen,
11 Stiche, 31 Zeichnungen, Grafiken und Fotos