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Das Steubsche Rittergut und das Schloss Gerbstedt

Gerbstedt ist eine Ortschaft und Hauptort der Stadtgemeinde Gerbstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz. Der Ort liegt auf der Mansfelder Platte, einem welligen Plateau am Zusammentreffen zweier Täler, die sich zum Tal des Lobaches, der nach Osten abfließt, vereinigen.

Auf Grund der fruchtbaren Böden ist eine Besiedlung der Region seit der Jungsteinzeit erwiesen. Zeugnis davon legen noch heute Menhire und Grabhügel ab. Besonders für die Bronzezeit sind Siedlungen auf dem Stadtgebiet sowie in der unmittelbaren Umgebung nachgewiesen worden.

Es wird davon ausgegangen, dass die Siedlung „Gerbistide“ um 500 gegründet wurde. Gerbstedt war im Frühmittelalter wohl ein Dorf unter vielen in dieser Region.

Rittergut Gerbstedt - Sammlung Duncker - Eingenes Archiv

Um das Jahr 845 soll von einem Feldoberst Steuben eine Burg auf einer Anhöhe bei Gerbstedt errichtet worden sein. Es heißt, dass dieser Offizier im Gefolge von Karl dem Großen ins Mansfelder Land gekommen sei und dort für seine Verdienste Land als Lehen erhalten habe. Auch eine kleine Kapelle (St. Annen-Kapelle) soll erbaut worden sein, in der die Franken die heidnischen Sachsen und Wenden der Umgebung zum Christentum bekehren wollten. Die Grundmauern dieser als „Warteschloß“ bezeichneten Anlage – der Ursprung des späteren Rittergutes Gerbstedt – wurden im Jahre 1856 freigelegt. Heute erinnert an die ehemalige Festung nur noch der sogenannte „Wartestein“, ein 2 mal 2 Meter großer Granitfelsen.

Erst mit der Gründung eines Nonnenklosters durch Rikdag, Markgraf von Meißen, im Jahr 985 trat Gerbstedt ins Blickfeld der Geschichte. In diese Zeit fällt auch die urkundliche Ersterwähnung als „Gerbizstidi“.

Im Jahr 1014 kam das Kloster an die Wettiner Grafen. Im Jahr 1115 schrieb die Gerbstedter Region Geschichte, denn am 11. Februar kam es südlich des Ortsteiles Welfesholz zu einer bedeutenden Schlacht, der Schlacht am Welfesholz. In ihr kämpften die Truppen von Kaiser Heinrich V. gegen die der aufständischen sächsischen Fürsten, welche dann als Sieger aus der Schlacht hervorgingen.

Ende des 12. Jahrhunderts begann in Gerbstedt ein wirtschaftlicher Aufschwung, der auf dem Bergbau beruhte. Der Ort wuchs und erblühte. Im Jahr 1442 erhielt er vom Magdeburger Erzbischof Günter das Befestigungsprivileg – die Stadtmauern wurden daraufhin erbaut. Im Jahr 1530 wurde der Ort dann durch Kaiser Karl V. zur Stadt erhoben. Im Jahr 1534 wurde mit dem Bau des Rathauses im Renaissancestil begonnen, das im Jahr 1567 fertiggestellt wurde.

Die urkundliche Belehnung des Rittergutes Gerbstedt (untere Gerichtsbarkeit) geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Hartwig von Steuben übernahm den Besitz nach 1442 zusammen mit der Bauernschaft Ribbesdorf (nördlich von Gerbstedt) als Lehen von den Grafen Volker und Gebhard von Mansfeld. Letzter Lehensmann war Christian Ernst von Steuben. Er versuchte vergeblich, den zuletzt hochverschuldeten Besitz vor dem drohenden Zwangsverkauf zu bewahren. Wann und wie die alte Burg „Warteschloß“ zum Rittergut umgebaut wurde ist nicht überliefert, es kann aber sicherlich davon ausgegangen werden, dass dies mit der strategischen Bedeutungslosigkeit mittelalterlicher Burganlagen am Ende des Mittelalters einherging.

Mit Bernd von Steuben beginnt die Gerbstedter Linie, sie endet 1605 mit dem Tod des letzten Lehensmannes Christian Ernst von Steuben - der Besitz ging auf die Friedeburger Linie über. 1653 kaufte Martin Christoph von Steuben auch noch Tresewitz hinzu, ein Vorwerk des Klosters Gerbstedt. Dennoch gelang es nicht, den zuletzt hochverschuldeten Besitz vor dem drohenden Zwangsverkauf zu bewahren.

Im 17. Jahrhundert wurde die Stadt durch die Pest und den Dreißigjährigen Krieg fast vollständig entvölkert und niedergebrannt. 1740 erwarb der preußische König Friedrich Wilhelm I. das Steubensche Rittergut und das Amt Gerbstedt.

Bis zum Jahre 1810 blieb das Amt Gerbstedt im Eigentum des preußischen Prinzen, dann kaufte es der Oberamtmann Johann Friedrich Neumann. Er vererbte den Besitz an seinen Sohn Friedrich Wilhelm von Neumann, der als königlich-preußischer Legationsrat in den Adelsstand erhoben worden war. Durch die Heirat seiner Tochter kam das Anwesen später in den Besitz der Grafen von der Schulenburg. 1945 wurde die Familie enteignet.

Das Schloss im Norden der Altstadt wurde im Jahr 1904 durch die Familie zu Schulenburg erbaut. Seit dem Jahr 2010 befindet es sich in Privatbesitz und ist für Besucher nicht zugänglich.

Das Kloster Gerbstedt wurde im Bauernkrieg stark zerstört und danach aufgegeben. Unter der Altstadt (im Klosterbereich) befindet sich ein umfangreiches System unterirdischer Gänge. Diese sind so groß, dass Pferdefuhrwerke bequem durchfahren können. Sogar Buchten, um Gegenverkehr ausweichen zu können, wurden angelegt. Mythen, Sagen und Legenden ranken sich um das Wegenetz dieser unterirdischen Gänge. Einige berichten davon, dass ein Gang bis vor die Tore Eislebens geführt haben soll, andere berichten sogar von Gängen bis zur Seeburg am Süßen See.

Es heißt, dass Teile dieser Gänge im 2. Weltkrieg genutzt wurden. Über den Ursprung dieses „Katakombensystems“ und seinen Verlauf ist fast nichts bekannt und die Zugänge sind zudem heute verschlossen.

Einzigartig sind die Miniaturburgen von Günther Beinert, die sich innerhalb des Stadtgebietes von Gerbstedt befinden. Die meisten Burgen sind in der DDR-Zeit entstanden. Es wurden aus bürgerlicher Aufsässigkeit oft Rheinburgen erbaut. Diese meist nur bis zu 1,70 m hohen Burgen laden zu einem ausgedehnten Spaziergang ein. Mittlerweile wurden auch Schlösser und Burgen aus der Harzregion als Miniaturgebilde errichtet.

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2014

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Burgen und Schlösser in der Harzregion: Band 5
Bernd Sternal, Wolfgang Braun
Burgen und Schlösser der Harzregion, Band 5

Am 13.06.2007 habe ich meinen ersten Burgentext geschrieben, inzwischen sind über 7 Jahre vergangen. Seit 2010 ist jährlich ein Band „Burgen und Schlösser der Harzregion“ erschienen – der 5. Band ist nun der letzte. Insgesamt habe ich die Geschichte von 239 Burgen und Schlössern auf über 850 Buchseiten vorgestellt.
Hunderte Grafiken, Zeichnungen, Stiche und Grundrisse illustrieren die Bücher und geben eine Vorstellung vom einstigen Aussehen dieser alten Wehrbauten, von denen heute oftmals nur noch Ruinen, Burgplätze oder Wallanlagen erhalten sind.
Viele Menschen haben mich bei diesem Projekt unterstützt. Alle hier zu nennen würde diesen Rahmen sprengen. Dennoch möchte ich einigen Unterstützern hiermit meinen Dank aussprechen: Ohne die vielen wun-dervollen Rekonstruktions-Zeichnungen von Wolfgang Braun hätten diese Bücher viel von ihrem Charme eingebüßt. Dr. Detlef Schünemann hat als ausgewiesener Burgenkenner wesentlich dazu beigetragen, dass meine Texte ergänzt und abgerundet wurden. Auf Grund des Einsatzes von Detlef und Marianne Schünemann konnten eine ganze Reihe Burgruinen und Wallanlagen erstmals vermessen und, unter Überprüfung älterer Beschreibungen, hier vorgestellt werden.
Durch die dankenswerte Unterstützung der Genannten sowie vieler Ungenannter ist ein Werk entstanden, das hoffentlich Burgenfreunden, Geschichtsinteressierten aber auch kulturhistorisch interessierten Wanderern noch lange Freude bereiten wird.

Gebundene Ausgabe: 26,99 €
176 Seiten, 1 Übersichtskarte, 18 Rekonstruktions- und 36 Grundrisszeichnungen,
12 Stiche, 34 Zeichnungen, Grafiken und Fotos
Taschenbuch: 14,99 €
140 Seiten, 1 Übersichtskarte, 18 Rekonstruktions- und 36 Grundrisszeichnungen,
11 Stiche, 31 Zeichnungen, Grafiken und Fotos