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Schloss Ballenstedt

Die Askanier waren eines der bedeutenden sächsischen Adelsgeschlechter im Hochmittelalter. Belegt ist die Familiengeschichte bis um das Jahr 1000, als Mitglieder der schwäbischen Adelsfamilie Beringer, die im Schwabengau (auch Suebengau genannt) ihre Heimat hatten, durch Heirat mit den benachbarten sächsischen Adelshäusern, die Grafschaft Aschersleben in Besitz nahmen. Eine jahrhundertelange Feindschaft zwischen den suebischen „Ureinwohnern“ dieser Südostharzer Region und den zur Völkerwanderungszeit zugewanderten Sachsen, wurde damit beendet.

Der Name des neuen, mächtigen Fürstengeschlechts der Askanier leitet sich von Ascharia (Aschersleben) ab. Als erster seines Geschlechts ist Graf Esico von Ballenstedt im Jahr 1036 überliefert.
Er gründete an der Stelle des heutigen Schlosses Ballenstedt ein Augustiner-Chorherrenstift. Uta von Ballenstedt, bekannt als „Uta von Naumburg“ war die Schwester von Graf Esico. Uta war vermählt mit dem Markgrafen Ekkehard II. von Meißen und blieb kinderlos. Daher fiel Ihre Mitgift nach ihrem Tod an das Stift Gernrode und den Dom zu Naumburg. Als Stifterfigur „Uta von Naumburg“, eine von 12 Stifterfiguren am Naumburger Dom, wurde sie berühmt. Graf Esicos Sohn, Otto der Reiche und dessen Sohn Albrecht der Bär, wandelten um das Jahr 1123 das Stift in ein Benediktinerkloster um. Zu dieser Zeit existierten Kloster und Burg innerhalb der gleichen Mauern nebeneinander.

In die Geschichte ging Albrecht I. insbesondere als Kriegsherr ein. Er eroberte am 11. Juni des Jahres 1157 die Mark Brandenburg und nannte sich fortan „Markgraf von Brandenburg“. Graf Albrecht der Bär ließ auch die Burg Anhalt, gelegen auf dem Hausberg hoch über dem Selketal, wieder aufbauen, die sein Großvater Graf Esico gründete und die im Jahr 1140 im Sachsenkrieg zerstört wurde. Albrecht der Bär war entscheidend für die Ostexpansion des deutschen Adels verantwortlich, was auch zu einer bedeutenden Machterweiterung für die Askanier führte. Es begann nach dem Tod von Albrecht dem Bären, unter der Herrschaft seiner Söhne, die Macht zu zersplittern, was sich über die folgenden Generationen fortsetzte.

Es bildeten sich nachfolgende Linien, von denen einige im Laufe der Jahrhunderte wieder ausstarben: Askanische Grafen zu Weimar-Orlamünde, - zu Orlamünde, - zu Weimar, Askanische Herzöge von Sach-sen, - zu Sachsen-Lauenburg, Askanische Herzöge und Kurfürsten zu Sachsen-Wittenberg, Askanische Markgrafen von Brandenburg sowie die Askanischen Fürsten und Herzöge zu Anhalt mit zahlreichen Nebenlinien.

Mit der Ausdehnung des Machtbereichs der Askanier nach Norden und Osten sank in gleichem Maße die Bedeutung des Benediktinerklosters, dass im 14. und 15. Jahrhundert zu verkommen drohte. Im Jahr 1525 wurde das Kloster dann von Aufständischen im Bauernkrieg gestürmt. Nach der Niederschlagung des Bauernaufstandes übergab noch im selben Jahr der Klosterabt das Kloster an Fürst Wolfgang von Anhalt. Der war Anhänger und Verfechter des Protestantismus und säkularisierte das Kloster, indem er es abtragen ließ. Dies war auch zugleich die Grundsteinlegung des heutigen Schlosses Ballenstedt. Zuerst ließ Fürst Wolfgang den Westflügel bauen, es folgte die Erneuerung der Klosterkirche.

Im 17. Jahrhundert diente das Schloss vorrangig als Prinzen- und Witwensitz. Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 und seine Folgen, beutelten das Land und waren auch für die Askanier eine schwere Zeit, da das Schloss mehrfach geplündert wurde. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts gelang es Fürst Victor Amadeus von Anhalt den Südflügel des Schlosses zu errichten. Nach dessen Fertigstellung gab die fürstliche Familie ihre Gemächer im Westflügel auf. Es wurden auch weitere Baulichkeiten längs der Auffahrt zum Schloss errichtet. Der Sohn von Fürst Victor Amadeus, Karl Friedrich sowie dessen Sohn Victor Friedrich waren ausgesprochene Liebhaber großer, barocker Jagden. Im Jahr 1732 ließen sie deshalb ein Zeug- und Gesindehaus errichten, dass in späterer Zeit als Gasthof umgenutzt wurde und daher seinen Namen „Großer Gasthof“ bekam.

Nach der Wiedervereinigung wurde der stark baufällige „Große Gasthof“ abgerissen. An seiner Stelle steht heute das Schlosshotel. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Klosterkirche abgerissen und an ihrer Stelle der architektonisch markante Nord- oder Kirchenflügel errichtet. Die vergangenen Jahrhunderte waren auch aus anderem Grund für die Askanier machtpolitisch ungünstig verlaufen. Das Prinzip der Primogenitur (Erbfolgeprinzip, bei dem nur der Erstgeborene das Erbe antritt) wurde bis zum Jahr 1727 bei den Askaniern nicht angewandt. Das Erbe und somit aller Grundbesitz wurde bis dahin immer unter allen Söhnen aufgeteilt, was zu einer Zersplitterung und damit verbunden, zu einer Einbuße an Macht und Einfluss im Heiligen Römischen Reich führte.

Ballenstedter Schloss Ballenstedter Schloss

Fürst Friedrich Albert, Sohn von Fürst Victor Friedrich, verlegte die Jahrhunderte bestehende Residenz der Askanier-Nebenlinie Anhalt-Bernburg, Mitte des 18. Jahrhunderts von Bernburg nach Ballenstedt. Der Sohn und Thronfolger Herzog Alexius Friedrich Christian nahm zu Beginn des 19. Jahrhunderts weitere Anbauten vor, so ließ er den Nordostflügel bis an das Schlosstor verlängern. Dessen Sohn, der letzte Herzog von Anhalt-Bernburg, Alexander Karl führte eine kinderlose Ehe und erkrankte psychisch schwer. Nach seinem Tod im Jahr 1863 fiel der gesamte Besitz an die Dessauer Nebenlinie unter Leopold IV. Da bereits im Jahr 1847 die Nebenlinie Anhalt-Köthen erloschen war, fand dann im Jahr 1863 eine Vereinigung der drei Linien zum Herzogtum Anhalt statt.

In den folgenden Jahrzehnten diente das Schloss teilweise als Residenz und/oder Jagdschloss. Im Jahr 1918, nach Abdankung des Kaisers und mit der Übergabe der Regierungsgeschäfte an den 1. Kanzler der Deutschen Republik, Friedrich Ebert, war der Adel der Macht enthoben. Ab diesem Zeitpunkt, bis zum Ende des zweiten Weltkriegs, war das Schloss Wohnsitz der Familie von Anhalt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie von Anhalt vertrieben und enteignet.

Joachim Ernst von Anhalt wurde von der sowjetischen Besatzung im KZ Buchenwald interniert, wo er auch verstarb. Sein Schicksal war besonders tragisch, da Graf Joachim Ernst ein ausgewiesener Gegner des NS-Regimes war. In der Zeit nach 1946 wurde auf dem Schloss eine Forstfachschule installiert, was zu einigen Umbauten sowie Zerstörungen der ursprünglichen Baulichkeiten führte. Seit der Wiedervereinigung bemühen sich die Stadt Ballenstedt sowie verschiedene regionale Fördervereine um die Wiederherstellung sowie Sanierung und Restaurierung des Schlossensembles, zu dem neben dem Schloss auch der Große Gasthof, das Schlosstheater, der Marstall und der Schlosspark zählen.

Weitere Informationen unter: Cinema - Museum Ballenstedt

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2008

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