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Schloss Bernburg

Die Stadt Bernburg an der Saale ist die Kreisstadt des Salzlandkreises. Sie ist auch namengebender Fundort für Siedlungsbelege der Bernburger Kultur, einer Untergruppe der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur.

Die Bernburger Region, mit ihrem fruchtbaren Lößboden, war bereits seit der Steinzeit bevorzugtes menschliches Siedlungsgebiet. Der heutige Stadtteil Waldau wurde bereits im Jahr 806 erstmals urkundlich erwähnt. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bestand „Waladala“ aber bereits schon in der frühen römischen Kaiserzeit.

Schloss Bernburg - Foto Wikipedia

Klaudios Ptolemaios, griechischer Gelehrter in römischen Diensten, hat mit „Geographike Hyphegesis“ eines der wichtigsten Werke der antiken Literatur geschaffen. In seiner „Geographie“ der Germania Magna hat er auch einen antiken Ort östlich des Harzes vermerkt. Allerdings war dieses Werk in der Vergangenheit für die Wissenschaft noch ein „verzaubertes Schloss“, denn die Koordinaten von Ptolemaios waren nicht zu deuten. Ein interdisziplinäres Wissenschaftlerteam hat sich vor einigen Jahren dieser Herausforderung angenommen. Ein Ergebnis der Arbeit ist das Buch „Germania und die Insel Thule“. In diesem Werk wird dem antiken Ort der antike Name Luppia zugeordnet und die Lokalität wird bei Bernburg an der Saale verortet.

Der Bernburger Raum markierte schon ab dem frühen Mittelalter eine Spannungszone zwischen Sachsen, Franken und slawischen Völkern. Daher bildete sich wohl an der Saale, da wo heute Bernburg liegt, eine militärisch gesicherte Grenze. An dieser hatte der Burgbezirk auf dem mächtigen Sandsteinfelsen über dem östlichen Ufer der Saale eine besondere strategische Bedeutung. Eine große frühmittelalterliche Burganlage konnte inzwischen auf dem Bernburger Schlossberg archäologisch nachgewiesen werden.

Am 29. Juli 961 erscheint in einer Schenkungsurkunde des Königs Otto I. eine civitas Brandanburg. Diese sächsische Wallburg war vermutlich die Bernburg. Zu jener Zeit hatte auch Markgraf Gero dort Besitz.

Ihm gehörte in Waladala, auf dem Westufer der Saale, ein befestigter Hof, welcher in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts ein zum Gernröder Stift zählender befestigter Klosterhof war. Es wird vermutet, dass dieser als fränkischer Königshof angelegt worden war.

Burg und Burgbezirk entwickelten sich zum Kristallisationskern der damaligen Siedlung auf dem Berg sowie an seinem Hang und wirkten somit stadtbildend.
Die Quellen schweigen dann bis zum Jahr 1138. Die Burg wurde in jenem Jahr in einer Auseinandersetzung zwischen Welfen und Staufern erstürmt und niedergebrannt. Zu dieser Zeit war sie Witwensitz von Eilika Billung von Sachsen (geboren um 1081, bis 1142), der Mutter Albrechts des Bären (um 1100 bis 1170). Wie die Ascanier in den Besitz der Burg gekommen sind ist wohl bisher nicht geklärt; vielleicht über Markgraf Gero, der als Vorfahre der Ascanier gilt und ohne Erben starb?

Bernburg um 1650, Stich nach Merian - Archiv Sternal

Albrecht der Bär begann die Burg wieder aufzubauen. Sein Sohn Bernhard vollendete in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts das Werk; es war nun eine große romanische Burganlage entstanden, auf der Bernhard III., Herzog von Sachsen, im Jahr 1212 starb. Während des Wiederaufbaues war das Zentrum der einstigen Bebauung mit der Toranlage von der Nordseite in den Südteil der Burg verlegt worden; der Gebäudekomplex ist um die nach 1150 errichtete Burgkapelle gruppiert worden. 1973 wurden in 1,8 m Tiefe diese Kapellenfundamente teilweise freigelegt; der Grundriss ist westöstlich orientiert und lässt auf eine gestaffelte Raumfolge von Schiff, Chor und halbrunder Apsis schließen. Nach 1471 verlor die Kirche an Bedeutung, um 1500 war sie baufällig; die Reformation beseitigte sie vor 1565 endgültig. An ihre Stelle als Schlosskirche trat die schon in spätromanischer Zeit erbaute Kirche St. Aegidien.

Das älteste erhaltene Bauwerk ist der im nördlichen, höher gelegenen Bereich der romanischen Kernburg stehende Bergfried. Mit mehr als 30m Höhe und einer Mauerstärke von 3,60 m im Erdgeschoss bildete er den alles überragenden und festesten Bau der mittelalterlichen Burg. Er diente als Wachtturm, wie auch als Wehr- und Rückzugsbau; sein unterirdisches Gewölbe galt als sicheres Burgverlies. Der Bergfried, der schon im 17. Jahrhundert die Bezeichnung „Eulenspiegelturm“ erhielt, wurde nach 1570 sowie im Jahr 1666 um- und ausgebaut. Diesen Namen erhielt der Turm, weil er als 22. Handlungsort der Till-Eulenspiegel-Saga galt.

Die südliche Toranlage ist stark befestigt; der anschließende Gebäudekomplex, mit dem im unteren Teil romanischen „Blauen Turm“, gehört im Wesentlichen einer frühgotischen Bauperiode an. Der Gebäudekomplex weist überall sichtbare Umbauten des späten Mittelalters sowie der Renaissance- und Barockzeit auf.

Die gewaltige romanische Burg an der Saale war, gemäß H. v. Börstel von 1642: „uraltes fürstliches anhaldisches Haupt-, Stamb- und Residenzhaus Bernburg“. Sie diente der aufstrebenden anhaltischen Fürstenmacht inmitten verwickelter Lehensverhältnisse und politischer Machtgruppierungen als eine Schlüsselstellung beim Ausbau ihrer Landesherrschaft. Sie stellte gewissermaßen, neben der namengebenden Burg Anhalt im Selketal, eine weitere authentische „Geburtsstätte” des späteren Landes Anhalt dar.

Bernburg um 1843, Stich nach Pozzi - Archiv Sternal

Im Zuge der anhaltischen Erbteilung gelangte die Bernburg ab 1498 an die Fürstenlinie Anhalt-Köthen. Die Burg diente sodann nur noch als Domäne, Verwaltungszentrum sowie als Wohn- und Residenzsitz; militärisch wurde die Anlage nicht weiter genutzt oder ausgebaut.

In den Jahren 1538/39 ließ Fürst Wolfgang von Anhalt (1508 - 1566) durch den Hallenser Baumeister Andreas Günther im Nordwesten des Schlosshofes ein turmartiges Gebäude errichten. Der nach ihm benannte Wolfgangbau – heute westlicher Teil des sog. Langhauses – war in reichen, nur noch teilweise erhaltenen, Renaissanceformen errichtet worden. Ein Vorbild war dabei der wenig ältere Saalbau des kursächsischen Residenzschlosses Hartenfels in Torgau. So besitzt auch der Bernburger Wolfgangbau an zwei Gebäudeecken als „Leuchten“ bezeichnete Runderker mit antikisierender Ornamentik und fungierte auf diese Weise als herrschaftliches Belvedere mit weitem Ausblick in das Flusstal. Zusätzlich zeigen die Erker an den Außenseiten Bildreliefs protestantischer Fürsten und des römisch-deutschen Kaisers Karls V.

Fürst Wolfgang zählte zu den Unterstützern der Reformation und gilt als Mitbegründer des Schmalkaldischen Bundes. Als der Bund gegen Kaiser Karl V. unterlag, musste er sein Land im Jahr 1547 verlassen.

Im Jahr 1562 fiel Joachim Ernst von Anhalt und seinem Bruder Bernhard das Land Anhalt zu, nachdem Wolfgang von Anhalt-Köthen zuvor Verzicht geübt hatte. Ein Jahr darauf teilte Fürst Ernst das Land Anhalt mit seinem Bruder Bernhard; Fürst Ernst erhielt bei dieser Teilung unter anderem Bernburg.

Er begann dann im Jahr 1567 mit dem Bau eines umfangreichen zweigeschossigen Wohngebäudes für sich und seine Gemahlin; dieses wurde als östliche Verlängerung des Wolfgangbaues angelegt. Es entstand das sogenannte Langhaus als nördlicher Abschluss des Schlosshofes. Anders als heute besaß das Langhaus ursprünglich eine malerische Reihe von Zwerchhäusern in der Dachzone. Für diese Bauaufgabe verpflichtete er den Hallenser Baumeister Nickel Hoffmann. Zuvor, im Jahr 1565, entstand das Renaissanceportal.
Es kann angenommen werden, dass Fürst Ernst geplant hatte, das Schloss Bernburg zur Residenz auszubauen. Aber es kam anders: Im Jahr 1570 starb sein Bruder Fürst Bernhard und das Land Anhalt wurde wieder in der Hand von Fürst Ernst vereint. Residenz wurde dann die Schlossanlage Dessau und Bernburg verlor an Bedeutung. Dennoch wurde weitergebaut: Nach 1586 entstand an Stelle des schon 1538 als Mosthaus bezeichneten gotischen Gebäudes der Johann-Georgen-Bau, dessen Innenausbau sich bis weit ins 17. Jahrhundert hinzog.

Die Bedeutung des Schlosses änderte sich zwar, als Bernburg 1606 die bescheidene Residenz einer anhaltinischen Teil-Linie wurde, diese neue Funktion schlug sich aber nur bedingt in Umbauten an der bestehenden Bausubstanz sowie in Neubauten nieder; vollendet wurde die Schlossanlage im 17. und 18. Jahrhundert.

Bernburg um 1894, Zeichnung von Günter-Naumburg- Archiv Sternal

Auf die Verbindungsmauer vom ehemaligen mittelalterlichen Mosthaus zu dem Rundkern des Güntherschen Baues setzte man 1680 einen barocken Zwischenbau. Die ehemals offene Loggia des Barockflügels wurde erst 1895 geschlossen. Dem Hoffmannschen Langhaus reiht sich ein Wirtschaftsgebäude mit mächtigem Rauchfang an – Datierungen weisen auf Bauzeiten zwischen 1686 und 1711 hin. Barockem Repräsentationsbedürfnis entsprach der Neubau einer Mauer von 1682, die mit Volutenpaaren und Muscheln bekrönt ist; sie diente der Steigerung der Raumwirkung im Schlosshof und schirmte ihn zugleich zwischen Bergfried und Toranlage gegen den Wirtschaftsbetrieb im Ostteil ab. Mit dem Bau der barocken Portalanlage sowie der steinernen Brücke zwischen 1718 und 1721 war der Schlossbau vollendet.

Im 19. Jahrhundert sind viele ältere, aber auch jüngere Teile der Anlage entfernt worden und es wurden verschiedene Umbauten vorgenommen.
Der uralte Schlossgarten wurde um 1640 erweitert und nach 1699 zum Lustgarten umgestaltet. Es folgten weitere Gestaltungs- und Baumaßnahmen, die bis ins 20. Jahrhundert hineinreichten.

1860 wurde im ehemaligen Burggraben eine erste Bärengrube für einen russischen Braunbären angelegt. Im Laufe der Zeit erfolgten mehrere Umbauten des Bärengeheges, zuletzt 1992 bis 1996. Derzeit sind dort zwei Braunbären zu sehen, die vom Tiergarten Bernburg betreut werden.

Das Schloss Bernburg ist heute für Besucher geöffnet und bietet ein breitgefächertes Nutzungsspektrum. Im Alten Haus und im Krummen Haus des Schlosses ist das Museum Schloss Bernburg untergebracht. Die Folter-Ausstellung gewährt Einblick in den finsteren Teil des Mittelalters. Im Johann-Georgen-Bau ist die Anhaltische Mineraliensammlung zu besichtigen. Seit 2004 dokumentiert das Deutsche Kabarett-Archiv im selben Gebäude die Geschichte des DDR-Kabaretts. In den heute von der „Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ verwalteten Gebäuden befand sich früher auch das Amtsgericht. Die Schloss-Terrasse bietet einen weiten Panoramablick in das Tal der Saale und in das Harzvorland, bei guter Sicht bis zum Brocken. Das Schloss ist eine Station an der Straße der Romanik.

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Copyright der Fotos Wikipedia und der Texte Bernd Sternal 2013

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Burgen und Schlösser in der Harzregion: Band 5
Bernd Sternal, Wolfgang Braun
Burgen und Schlösser der Harzregion, Band 5

Am 13.06.2007 habe ich meinen ersten Burgentext geschrieben, inzwischen sind über 7 Jahre vergangen. Seit 2010 ist jährlich ein Band „Burgen und Schlösser der Harzregion“ erschienen – der 5. Band ist nun der letzte. Insgesamt habe ich die Geschichte von 239 Burgen und Schlössern auf über 850 Buchseiten vorgestellt.
Hunderte Grafiken, Zeichnungen, Stiche und Grundrisse illustrieren die Bücher und geben eine Vorstellung vom einstigen Aussehen dieser alten Wehrbauten, von denen heute oftmals nur noch Ruinen, Burgplätze oder Wallanlagen erhalten sind.
Viele Menschen haben mich bei diesem Projekt unterstützt. Alle hier zu nennen würde diesen Rahmen sprengen. Dennoch möchte ich einigen Unterstützern hiermit meinen Dank aussprechen: Ohne die vielen wun-dervollen Rekonstruktions-Zeichnungen von Wolfgang Braun hätten diese Bücher viel von ihrem Charme eingebüßt. Dr. Detlef Schünemann hat als ausgewiesener Burgenkenner wesentlich dazu beigetragen, dass meine Texte ergänzt und abgerundet wurden. Auf Grund des Einsatzes von Detlef und Marianne Schünemann konnten eine ganze Reihe Burgruinen und Wallanlagen erstmals vermessen und, unter Überprüfung älterer Beschreibungen, hier vorgestellt werden.
Durch die dankenswerte Unterstützung der Genannten sowie vieler Ungenannter ist ein Werk entstanden, das hoffentlich Burgenfreunden, Geschichtsinteressierten aber auch kulturhistorisch interessierten Wanderern noch lange Freude bereiten wird.

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