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Schloss Krottorf

Krottorf ist ein Dorf in der Verwaltungsgemeinschaft Gröningen im Landkreis Börde. Es liegt zwischen Gröningen im Südosten, Großalsleben im Osten und Schwanebeck im Westen.

Krottorf ist ein sehr alter Siedlungsstandort, wie Bodenfunde im Ortsgebiet belegen. So wurde im Jahr 1873 dicht neben der Kirche der sogenannte Hexenstein ausgegraben. Der flache, zwei Meter lange und 1,5 Meter breite, mit vielen Nägeln beschlagene Stein, ruhte auf Knochenresten und Urnenscherben. Im Jahre 1909 wurde bei Krottorf ein stark beschädigtes Urnenfeld entdeckt. Es gehört zu Urnenfeldkultur der Spätbronzezeit, die sich von 1300 v. Chr. bis 800 v. Chr. erstreckte. Ein seltener und bedeutender Fund dieses Urnenfeldes, das wohl schon geplündert war, ist die „Goldschale von Krottorf“. Sie ist sechs Zentimeter hoch, hat einen Durchmesser von 13 Zentimetern und wiegt 68,7 Gramm. Vom Bodenmittelpunkt läuft ein vierstrahliger Stern, der ausgefüllt ist mit vielen kleinen Sicken und von einem ersten Kreis eingefangen wird. Es folgt ein mit größeren Sicken gefüllter Kreisring, der wider von einem Kreisring mit kleinen Sicken abgelöst wird. Dann ein Kreisring, gefüllt mit aufwendig aufgelöteten Ringen; wieder folgt ein Kreisring mit kleinen Sicken, dann einer mit großen Sicken. Den Übergang zum Schalenrand bildet ein schmaler Kreisring, gefüllt mit einer Reihe kleiner Sicken; den Abschluss bilden zwei Kreise.

Sicher werden Sie sich fragen, warum ich dieses Fundstück so exakt beschreibe! Die Antwort ist einfach: Es gibt nicht viele Goldfunde in der Harzregion und die „Goldschale von Krottorf“ zählt sicherlich zu den bedeutendsten archäologischen Funden der Region und für die Spätbronzezeit ist es wohl der bedeutendste.

Die frühe Bedeutung der Region um Krottorf ist zum einen dem fruchtbaren Bördeboden zu zuschreiben, zum anderen der Lage an der Bode mit einer Furt und letztendlich der östlichen Umgehung des Großen Bruchs.

Wann in Krottorf eine erste Burganlage errichtet wurde, ist nicht überliefert, der Standort spricht aber für eine frühmittelalterliche Anlage, die durchaus auf Karl den Großen zurückgehen könnte. Auch eine frühgeschichtliche Anlage ist nicht auszuschließen.

Für die Zeit am Anfang des 12. Jahrhunderts gelten Edle von Krottorf als Vasallen des Bistums. Eine beurkundete Schenkung Otto von Krottorfs (Otto de Cruttorpe) an das Kloster Huysburg von 1118 ist das älteste schriftliche Dokument Krottorfs. Im Jahre 1148 wurden nochmals die Adligen von Krottorf als „nobilis de Curthop“ genannt. Im Laufe des 13. Jahrhunderts schienen sich die Edelherren von Krottorf nach Magdeburg orientiert und das Gut verkauft zu haben.

Die hochmittelalterliche Burg Krottorf war als Wasserburg angelegt, zu der ein Herrenhof gehörte. Sie bildete einen eigenen Herrschaftsbereich. Erste bekannte Eigentümer waren die Grafen von Reveningen, deren Stammburg in Röblingen am See lag. Unter den Röblingern wurde die Burg zum befestigten Herrensitz. 1131 übertrug Otto Graf von Reveningen als letzter Vertreter des Geschlechts den gesamten Besitz als Erstausstattung an das von ihm gemeinsam mit dem Magdeburger Erzbischof Norbert von Xanten gegründete Kloster Gottesgnaden in Calbe an der Saale. Nach einer unbestimmten Zeit der Zugehörigkeit zum Kloster Gottesgnaden gelangten Burg und Gutsverband Krottorf in den Besitz des Erzbistums Magdeburg. Die Burg wurde 1270/1284 als „castrum et villa Crotdorp“ erwähnt. Zu dieser Zeit war sie schon im Besitz der Grafen von Regenstein, welche die Burg als erzbischöfliches Magdeburger Lehen erhalten hatten.

Die Regenstein-Heimburger Grafen bauten dann die Burg aus, befestigten sie weiter und besetzten sie mit Burgmannen. Damit besaßen die Regensteiner zusammen mit Schwanebeck zwei bedeutende Burgen in diesem Gebiet vor dem Großen Bruch.

Auf dem Weg zu einem bischöflichen Territorium stellten die Regensteiner Grafen, zusammen mit den Anhalt-Bernburger Grafen, für das Hochstift Magdeburg ein bedrohliches Machtpotential dar. In dieser Situation wurde 1324 Albrecht II. von Braunschweig-Lüneburg unter Schwierigkeiten zum Bischof gewählt. Er übernahm die Aufgabe die Landesherrschaft des Bischofs gegen innere und äußere Feinde zu erstreiten. Die Fehde wurde schließlich in offener Feldschlacht ausgetragen, in der 1349 auch die Burg Krottorf zerstört wurde. Nach dem siegreichen Ende der Auseinandersetzungen wurde in Krottorf von der bischöflichen Verwaltung ein Amt eingerichtet. Es lag in der Hand eines besoldeten Amtmannes aus dem Ritterstand, der seinen Wohnsitz auf der Burg hatte.

Im Jahre 1363 wird die Burg als zerbrochen und zerfallen bezeichnet. Die Zeit bis ins 15. Jahrhundert war von starker Verschuldung des Bistums, Raubrittertum und Fehden geprägt. In den wirtschaftlich schweren Zeiten, auch als Folge der Pest-Epidemien, geriet die Grundherrschaft in eine lang andauernde Krise und die Kette der Verpfändungen von Stiftsgütern im 14. Jahrhundert riss nicht ab. Dazu gehörten „Haus und Dorf“ Krottorf mit den Dörfern Wulferstedt und Hordorf, also das ganze bischöfliche Amt Krottorf, das 1381 an die Brüder Curd, Busse und Bernd von Asseburg verpfändet wurde. Die Asseburger blieben mehr als 100 Jahre im Besitz des bischöflichen Amtes Krottorf.

Die Einlösung des Krottorfer Amtes im Jahre 1489 fand unter wirtschaftlich deutlich günstigeren Rahmenbedingungen statt, nun sollte Krottorf bischöfliches Tafelgut werden. Weiterhin bestehende finanzielle Schwierigkeiten erzwangen jedoch 1497 eine erneute Verpfändung des Krottorfer Amtes mit den drei Dörfern. Pfandinhaber wurde der bischöfliche Rat Siegmund von Brandenstein.

Schon 1512 wurde dieser Pfändungsvertrag im Zusammenhang mit dem Ausbau der Burg wieder gekündigt, und 1514 begann unter der Regie des Dompropstes Baltharsar von Neuenstadt der erste Bauabschnitt für das neue, im Renaissance-Stil erbaute Schloss. Das Hauptgebäude wurde wahrscheinlich 1531 fertig gestellt und auf den alten Kellern errichtet. Der weitere Ausbau und die Errichtung des Wirtschaftshofes in der Vorburg erfolgten dann Mitte des 16. Jahrhunderts.

1650 fiel das Bistum Halberstadt als Ergebnis der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges als weltliches Fürstentum und 1680 das Erzbistum Magdeburg als weltliches Herzogtum an das Kurfürstentum Brandenburg bzw. an das spätere Königreich Preußen. In der Folge wurde Krottorf im Jahr 1700 königlich-preußische Domäne.

Die Domäne bekam 1849 durch den Verkauf an den letzten Pächter, Andreas Friedrich Heinrich Dettmar, den Status eines Rittergutes. Unter Dettmar wurden nochmals umfangreiche Überarbeitungen der Bauten vorgenommen. Das Gut gehörte bis zur Bodenreform von 1945 dieser Familie und wurde von ihr bewirtschaftet.

Das Schloss Krottorf liegt 85 Meter über Normalnull, in flachem Gelände unmittelbar am westlichen Ufer der Bode, am südlichen Rand des Dorfes Krottorf. Die Gesamtausdehnung der Anlage, die ursprünglich aus Haupt- und Vorburg bestand, beträgt etwa 170 x 280 Meter. Umgeben war die Anlage von doppelten Wassergräben mit Zwischenwall, welche unmittelbar von der Bode gespeist wurden. Südlich war die unregelmäßig fünfeckige Hauptburg gelegen, die ursprünglich eine Rundburg war. Nördlich anschließend ist die rechteckige Vorburg vorgelagert. Die Kernburg ist geschlossen umbaut und errichtet auf den Kellern der mittelalterlichen Vorgängerburg. Die um das Jahr 1514 errichteten Gebäude bestehen aus Keller-, Erd- und Obergeschoß und wurden im 19. Jahrhundert nochmals in Renaissanceformen überarbeitet. Die Gräben sind heute teilweise zugefüllt, auf Süd-, Ost- und Westseite sind noch 1 bis 2 Meter hohe und 8 bis 10 Meter breite Reste des Zwischenwalls erhalten. Die Hauptburg hat ihren geschlossenen Burgcharakter bis heute nach außen hin bewahrt.

Die Gebäude wurden nach der Wende kaum noch genutzt, so dass sich zum Zwecke ihrer Erhaltung eine Interessengemeinschaft gebildet hat. Seit Oktober 2000 wird ein Teil des Schlosses von der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Börde e. V. als Kleinstheim für Kinder und Jugendliche genutzt. Der geschlossene Innenhof der Burg ist Besuchern zugänglich.

Weitere Informationen unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Krottorf

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Copyright der Fotos Wikipedia und der Texte Bernd Sternal 2012

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