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Schloss Oberwiederstedt

Wiederstedt ist ein Ortsteil der Stadt Arnstein im Landkreis Mansfeld-Südharz. Bereits im Jahr 948 wurde die Gemeinde erstmals in einer Urkunde Ottos I. erwähnt.

Im Jahr 1233 hatte Graf Albrecht von Arnstein auf dem Kupferberg bei Hettstedt ein Hospital gegründet. Aber schon etwa zwei Jahrzehnt später beschlossen die Witwe des Grafen, Mechthild, und ihr Sohn Graf Walter von Arnstein das Hospital in ein Kloster umzuwandeln und aus geografischen und politischen Gründen nach Oberwiederstedt zu verlegen. Im Jahre 1255 bewilligte der Halberstädter Bischof Volrad die Umwandlung. Urkunden bezeugen, dass in Unterwiederstedt, am späteren Standort des Klosters die älteste Kirche Anhalts bereits vor 948 bestanden hat. Diese Dorfkirche war der "Heiligen Jungfrau Maria" geweiht.

Im Jahr 1261, nach Fertigstellung der Klosterbauten, bezogen die Augustinerinnen-Nonnen ihr neues Domizil in Wiederstedt. Um diese Zeit trat auch Mechthild von Arnstein in das Kloster ein und wurde nach dem Tod von Elyanas, der ersten Priorin, 1264 die neue Leiterin des Klosters. Mit ihrem Einfluss konnte das Kloster in den folgenden Jahrzehnten umfangreiche Ländereien, Einkünfte und Rechte erwerben. In das Kloster waren Töchter aus vornehmen Familien des Landes eingetreten, man nannte unter diesen besonders mehrere Gräfinnen von Regenstein, die Töchter der Herren von Welbsleben und Fregleben. Auch als Begräbnisort der Grafen Otto und Bernhard von Anhalt ist das Kloster erwähnenswert.

Das Kloster wurde über die Jahrhunderte von seinen Priorinnen auch wirtschaftlich gut geleitet. Es war daher angesehen und recht wohlhabend. Dann, im 16. Jahrhundert, brachen durch Reformation und Bauernkrieg schwere Zeiten für die Klöster der Harzregion an. Am 03. Mai 1525 wurde das Kloster von aufgebrachten Bauernhaufen gestürmt und in Brand gesteckt, dabei wurde die schöne Bibliothek ein Raub der Flammen. Die Nonnen konnten nach Mansfeld und Allstedt fliehen und kehrten nach dem Ende des Bauernkrieges zurück. Noch kurze Zeit hat das Kloster fortbestanden, die letzte Urkunde stammt aus dem Jahr 1543 über den Verkauf von Ländereien.

Dann wurde das Kloster aufgegeben und kam an die Mansfelder Grafen. Das Kloster wurde zum Gut und zum Amt und mit Amtsleuten besetzt. Aber die Mansfelder Grafen konnten den Besitz nicht halten und verpfändeten ihn im Jahr 1561 an den kursächsischen Rittmeister Jakob von Blankenburg. Es wurde begonnen das Kloster in ein Gut und Herrenhaus umzubauen. Ein Epigraph an der Nordseite der Kirche wurde nach seinem Tod 1595 durch seine Frau Barbara, geborene von Arnim, und seine Brüder in Auftrag gegeben und errichtet. Die Kirche ist ein langgestreckter, flachgedeckter einschiffiger Feldsteinbau von 60 m Länge und 10 m Breite, besteht aus einem 30 m hohen Turm und dem Langhaus. Im spätgotischen achteckigen Aufsatz des Turmes befindet sich ein zweiteiliges Maßwerkfenster. Abgeschlossen wird er durch eine welsche Haube mit Laterne. Der Teil des Gotteshauses, welcher den Nonnen als Kirche diente, wurde weiter als Kirche für die Gemeinde verwandt. Der hintere Teil, bis zur Reformation die Kirche der Dorfbewohner, wurde Speicher. Die Spitzbogenöffnung zwischen Kirche und Speicher wurde vermauert. Zu Klosterzeiten konnten die Nonnen durch diese Öffnung der Predigt zuhören.

Ein weiterer Grabstein der jüngeren Schwester Barbaras von Arnim, Katharina (1557-1575), befindet sich an der nördlichen Seite der Kirche.

Jacob von Blankenburg hinterließ zwei Töchter. Eine von ihnen, Katharina, war mit dem Herzoglich Braunschweig-Lüneburgischen Obersten Hans Christoph von Hardenberg vermählt. So gelangte das Gut Oberwiederstedt erst als Pfand, dann in den Besitz der Familie von Hardenberg. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde das halbe Dorf zerstört und auch das Gut wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Hardenbergs bauten dann von 1680 - 83 das noch heute bestehende Renaissanceschloss. Im Jahr 1772 wurde das Rittergut dann Geburtsstätte des Dichters Friedrich von Hardenberg, der sich Novalis nannte. Die Mutter war Freifrau Auguste Bernhardine von Hardenberg, geb. Bölzig. Der Vater war Freiherr Heinrich Ulrich Erasmus von Hardenberg, er hatte 1779 auf den Grafentitel verzichtet, weil ihm der "alte Freiherr lieber sein, als der neugebackene Graf". Er war Landwirt, Offizier und Bergbeamter - Berufe, die für den niederen Adel in Deutschland im 18. Jahrhundert typisch waren.

Bis 1945 befand sich das Schloss Oberwiederstedt in Besitz der Familie von Hardenberg. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie enteignet und das Schloss wurde Eigentum des Volkes. Bis 1981 wurde es als Altersheim genutzt, dann wegen baulicher Mängel geschlossen. Mutwillige Zerstörungen beschleunigen den Verfall der Gebäude. 1987 wurde es aus der Liste der Kulturdenkmäler gestrichen und zum Abbruch freigegeben. Eine Gruppe beherzter Wiederstedter unter Führung des Elektromeisters Gerald Wahrlich verhinderten den Abriss des Schlosses. Sie gewannen den Kampf mit den Behörden, und begannen mit der Sanierung.

Nach der Wiedervereinigung bildete sich aus der "IG Novalis" das unabhängige Kuratorium "Novalis-Geburtshaus Schloß Oberwiederstedt e. V." Zum weiteren Ausbau des Schlosses lagen konkrete Pläne vor. Diese Pläne finden Förderer in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, Fördermittel fließen nach Wiederstedt. Im niedersächsischen Nörten-Hardenberg entfaltet der "Förderkreis Novalis-Geburtshaus Schloß Oberwiederstedt e. V." seine Aktivitäten bis 1993. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für das geleistete enthüllte Detmar Freiherr von Hardenberg am 2. Mai 1992 eine Gedenktafel mit den Namen aller, die an der Rettung des Schlosses beteiligt waren.

 

Heute ist das Schloss Oberwiederstedt ganz dem Dichter, Philosophen und Bergbauingenieur Novalis gewidmet: Forschungsstätte, Museum, Museumsakademie, Internationale Novalis-Gesellschaft und Novalis-Stiftung.

Das sanierte und rekonstruierte Schloss ist heute ein Blickfang, das gepflegte Umfeld des Novalis-Schlosses mit dem Park, dem Teich und dem Obstgartengelände lädt zum Verweilen ein.

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Copyright der Fotos Wikipedia und der Texte Bernd Sternal 2013

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Burgen und Schlösser in der Harzregion: Band 4
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Burgen und Schlösser der Harzregion, Band 4

Diesmal stelle ich Ihnen textlich 49 Burgen und Schlösser vor, die durch zahlreiche Rekonstruktionszeichnungen, Grundrisse, Stiche und Illustrationen veranschaulicht werden, die diesmal allerdings von verschiedenen Künstlern stammen. Ich habe wieder zahlreiche Archive und Bibliotheken durchforstet um Daten, Fakten aber auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen zu tragen. Auch in diesen Band habe ich wieder zahlreiche Burgen und Schlösser aufgenommen, die nicht unmittelbar der Harzregion zugeordnet werden können, mit dieser aber geschichtlich eng verflochten sind. Wer mehr über die Herren dieser Burgen und Schlösser - über die Adelsgeschlechter der Harzregion - wissen möchte, dem empfehle ich meine „Harz-Geschichte“ Band 2 und Band 3. In diesen Büchern setze ich mich mit den geschichtlichen Persönlichkeiten und den entsprechenden Ereignissen in der Harzregion des Früh-, Hoch- und Spätmittelalters auseinander. Dabei spielen natürlich auch die Befestigungsanlagen immer eine Rolle. Ich wünsche Ihnen wieder viel Freude beim Lesen; vielleicht auch beim Erkunden dieser faszinierenden Bauwerke aus längst vergangener Zeit, die uns auch heute noch so viele Rätsel aufgeben.

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