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Stiftsburg Quedlinburg

Der Quedlinburger Schlossberg besitzt eine exponierte topographische Lage im nordöstlichen Harzvorland, die schon unsere Vorfahren in der Steinzeit veranlasste, diesen Platz zu nutzen. Vermutet wird, dass seitdem dieser Berg durchgehend besiedelt war. Aber nicht nur die Vorgeschichte, auch das Frühmittelalter und damit die Geschichte der Gründung Quedlinburgs liegen für die Geschichtsforscher noch immer im Nebel und gibt Rätsel auf.

Als sicher gilt, dass die Liudolfinger, die später Ottonen genannt wurden, eine Siedlung vom Kloster Hersfeld übernommen haben und diese ausbauten. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von Heinrich I. aus dem Jahr 922. Aber das ursprüngliche Liudolfingische Anwesen, das dann Königspfalz wurde, lag am Fuße des Schlossberges und war das Wipertikloster. Da Heinrich aber bereits im Jahr 919 König wurde, kann angenommen werden, dass die Liudolfinger das Quedlinburger Anwesen bereits gegen Ende des 9. Jahrhunderts übernahmen.

König Heinrich I. muss diesen Besitz besonders geliebt haben. Damals gab es noch keine festen Residenzen, die Herrscher zogen immer von Pfalz zu Pfalz durch ihr Reich. Nirgends hielt sich der erste deutsche König aber so häufig auf, wie in Quedlinburg. Man kann also mit Fug und Recht von seiner Lieblingspfalz sprechen. Heinrich I. war es dann, der den Schlossberg mit einer neuen Befestigung versehen ließ, die Pfalzkirche erbaute und zahlreiche Wohngebäude errichten ließ. Wann das genau war, ist nicht belegt. Angenommen werden kann aber, dass König Heinrich spätestens mit dem Erlass seiner „Burgenordnung“ im Jahr 926 auf dem Reichstag in Worms, mit diesen Baumaßnahmen begonnen hat. Im Hochmittelalter war Quedlinburg die Metropole des Reiches.

In dem Zeitfenster von 922 bis 1207 sind 69 Besuche von 16 deutschen Königen und Kaisern auf der Quedlinburger Pfalz zu verzeichnen gewesen, einmalig in Deutschland. Im Jahr 929 schenkt der König seiner Gemahlin, Königin Mathilde, die Quedlinburg als Witwengut. Ob er da schon wusste, dass er einmal in seiner Pfalzkirche begraben wird? Aber zunächst fand im Jahr 929 noch die glamouröse Hochzeit seines Sohnes Otto mit Editha v. England statt. Sieben Jahre später schloss König Heinrich in seiner Pfalz Memleben für immer die Augen. Heinrich I. wurde wunschgemäß in der Pfalzkapelle auf dem Burgberg beigesetzt und seine verwitwete Gemahlin Mathilde organisierte den andauernden Gottesdienst am Grab des verstorbenen Königs.

Dazu wurden vereinbarungsgemäß die Güter der Königspfalz in ein Damenstift überführt. Die Absicherung dieser Stiftung war erstklassig, denn Oberhoheit und Schutz unterstanden direkt dem deutschen König. Hier residierte, bis zu ihrem Tod im Jahr 968, Königsmutter Mathilde und ihr Sohn, König Otto I., dieser war Quedlinburg gleichfalls sehr eng verbunden. Von seiner Romreise zur Kaiserkrönung, brachte Kaiser Otto dem Quedlinburger Stift um das Jahr 962 zahlreiche Reliquien mit, unter anderem die des Heiligen Servatius, nach dem die Stiftskirche dann benannt wurde. Mit dem Herrschaftsantritt von Otto II. sowie von dessen Sohn Otto III. zum Ende des 10. Jahrhunderts wurde die Pfalz zur Residenz der Ottonen und unter Kaiser Otto III. sogar zum Machtzentrum des Kaiserreiches. Im Jahr 1021 wurde der neue Kirchenbau, von dem der westliche Teil der Krypta und die Nicolaikapelle erhalten sind, eingeweiht. Kaiser Heinrich II. mit Gemahlin Kunigunde sowie einer großen Anzahl geistlicher und weltlicher Herrscher und Würden-träger nahmen an dem pompösen Festakt teil. Auch König Konrad II. und Heinrich IV. besuchten in den Folgejahren die Quedlinburg.

Ein verheerender Großbrand vernichtete im Jahr 1070 Burg und Stift fast vollständig. Bis 1129 dauerte es dann, bis die neue Stiftskirche unter König Lothar von den Bischöfen von Hildesheim und Minden geweiht werden konnte. Ein weiteres geschichtsträchtiges Ereignis war die Zusammenkunft von Kaiser Barbarossa mit Heinrich dem Löwen in Quedlinburg im Jahr 1181. Im 13. Jahrhundert beginnt der Stern der Quedlinburg unterzugehen. Die Stiftsburg wurde zum Teil entfestigt. Fortan, mit Ausnahme einer letzten Fürstenversammlung im Jahr 1467, spielte Quedlinburg politisch nur noch in der regionalen Liga. Baugeschichtlich wurde der Stiftschor 1320 gotisch umgebaut.

Im Jahr 1477 kam es zu Diskrepanzen zwischen der Stadt und dem Stift, die in Kämpfen endeten und Zerstörungen im Stift zur Folge hatten – die Stadt musste dann aber die Beseitigung der Schäden an der Stiftsburg übernehmen. Von Mitte des 16. Jahrhunderts bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurden zahlreiche Reparatur- sowie Um- und Ausbauten an der gesamten Bausubstanz vorgenommen. Auch ging in dieser Zeit die Bedeutung von Damenstiften stark zurück, was dazu führte, dass dieses Stift 1802 aufgelöst wurde und in preußischen Besitz gelangte. Es folgte von 1866 bis 1888 eine Grundinstandsetzung der Stiftskirche durch Preußen. Im Jahr 1928 wurde die Stiftsburg der Stadt Quedlinburg übereignet. Seit dieser Zeit wird am Schlossberg sowie an der Stiftsburg fast ununterbrochen saniert, restauriert und repariert.

Heute zählt die Quedlinburger Stiftskirche zu den bedeutendsten sowie am besten erhaltenen hochromanischen Bauwerken und ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Auch für die Geschichts- und Kunstgeschichtsforschung hat dieser romanische Bau überragende Bedeutung, wird er doch von Vielen als Zentrum der Wiege Deutschlands angesehen. Wenn Mauern reden könnten...!

Weitere Informationen unter:
Ausflugsziele - Quedlinburger Domschatz
Ausflugsziele - Wipertikirche Quedlinburg

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2009

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Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor), Wolfgang Braun (Autor)
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