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Das Neue Schloss Braunschwende

Wer dort im Unterharz nahe des Ortes Braunschwende eine romantische Schlossanlage vermutet, worauf der Name „Neues Schloss“ schließen lässt, den muss ich enttäuschen.

Braunschwende, unweit der B 242 gelegen, der ehemaligen Klausstraße, ist eines Dorf im östlichen Unterharz, etwa 26 km von Sangerhausen entfernt. Im Jahr 1370 wird der Ort erstmals als „Brunswende“ in einer von Friedrich von Hackeborn ausgestellten Urkunde erwähnt.

Ehemaliger Standort des Neuen Schloss Braunschwende Ehemaliger Standort des Neuen Schloss Braunschwende Ehemaliger Standort des Neuen Schloss Braunschwende

Unmittelbar an der Kreuzung der Bundesstraße nach Wippra liegt der Standort des sogenannten „Neuen Schlosses“. Einige hundert Meter in südlicher Richtung, auch unmittelbar an der Straße, liegt der Ort Popperode.

Diese Region gehörte viele Jahrhunderte zur Grafschaft Mansfeld. Aber wie das Leben so spielt, heute ist Braunschwende ein Ortsteil der Stadt Mansfeld. Der Mansfelder Graf Albrecht VII. war Initiator und Bauherr einer mächtigen Burg-, Schloss- und Festungsanlage, die allerdings unvollendet blieb.

Graf Albrecht VII. von Mansfeld-Hinterort war ein sehr ehrgeiziger aber auch streitbarer Vertreter seines Geschlechtes. Die Grafschaft war zu jener Zeit erbrechtlich geteilt in Mansfeld-Vorderort und Mansfeld-Hinterort. Graf Albrecht nutzte eine Gelegenheit, in der seine Vettern im Kriege waren, um sich der ganzen Grafschaft zu bemächtigen. Mit dem Bau der Anlage bei Braunschwende wollte er wohl sein Machtgebiet gegen die Braunschweiger Herzöge und die Fürsten von Anhalt sichern, sich eine neue Residenz schaffen und seine Macht demonstrieren.

Allerdings war es nicht einfach an diesem Standort eine uneinnehmbare Festung zu schaffen, das Gelände war dafür einfach nicht prädestiniert. Die Planung der Festungsanlage wird Christoph Stieler zugeschrieben, der auch den Umbau des Schlosses Mansfeld zur Festung leitete. Die Anlage hat den Grundriss eines symmetrischen Trapezes von 200 x 230 m. Soweit sich aus dem unvollendeten heutigen Bestand erschließen lässt, sollte ein Kernwerk von 100 x 100 m errichtet werden. Das imposante System aus eingetieften, breiten Wassergräben und ungewöhnlich hohen und breiten Deckwällen sollte die Kernburg als Mittelpunkt umgeben.

Cyriacus Spangenberg beschrieb die Baugeschichte und den Abbruch der Bautätigkeit des Neuen Schlosses in seiner zeitgenössischen Chronik und Ferdinand Niemann die geschichtlichen Zusammenhänge in seiner „Geschichte der Mansfelder Grafe“. Demnach hatte Graf Albrecht vor, die Kernburg als Renaissanceschloss von 100 x 100 Meter auszuführen. An den Eckpunkten des Außenwalles war je eine Kanonenbastion geplant. Einigermaßen fertig gestellt wurde aber nur die West- und Südflanke des Außenwalles. Hätte man den Festungsbau vollendet, hätte Graf Albrecht VII. eine Anlage erhalten, die sich vor der Festung Heldrungen seines Vetters Ernst nicht hätte verstecken müssen. Aber dazu kam es nicht!

Graf Albrecht war Freund, Verehrer und Gönner von Martin Luther, der in seiner Grafschaft geboren war und dort auch seinen Lebensmittelpunkt hatte. Er vertrat auch dessen protestantische Thesen und trat dem Schmalkaldischen Bund bei. Aktiv unterstützte er auch den Kurfürsten Johann von Sachsen im Schmalkaldischen Religionskrieg gegen Kaiser Karl V. Dieser entzog dafür Graf Albrecht alle Lehen und Güter und verhängte die Reichsacht über ihn. Dies war im Jahr 1547, also ein Jahr nach Beginn der Bautätigkeit am Neuen Schloss Braunschwende.

Somit kann angenommen werden, das die Einstellung der dortigen Bautätigkeit direkt mit den Strafen des Kaiser in Zusammenhang zu bringen sind. Für diese These spricht auch, dass von den kaiserlichen Truppen die Burg Mansfeld bis zur Übergabe an den Kaiser im Jahr 1547 belagert wurde.

Der Schmalkaldische Krieg endete zwar im Jahr 1547 mit einem Sieg der Kaiserlichen Allianz, Ruhe zog aber in den Jahren bis zu Graf Albrechts Tod im Jahre 1559 nicht ins Land. Diese Zeit war geprägt von Fehden, Verteilungskämpfen sowie der Rückerlangung verlorenen Besitzes. Darin ist wohl auch der Grund zu sehen, dass die Befestigungsanlage nicht fertig gestellt bzw. der Bau nicht wieder aufgenommen wurde.

Über drei Jahrhunderte geriet das Neue Schloss in Vergessenheit. Man hielt die Wall- Grabenanlage für einen Bau aus vorgeschichtlicher Zeit, ähnlich der Schalkenburg bei Quenstedt.
Erst im Jahre 1891 beschäftigte sich Julius Schmidt näher mit der Anlage, stellte entsprechende Recherchen und Untersuchungen an und deckte damit auf, dass es sich nicht um eine vorgeschichtliche sondern um eine neuzeitliche Anlage handelt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage gründlich untersucht, unter anderem durch Grimm, Höfer und Schuchhardt.

Leider wird der zentrale Platz im Festungsgelände seit vielen Jahren als Lagerplatz für Straßenbaumaterialien genutzt.

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2012

 
Burgen und Schlösser in der Harzregion: Band 4
Bernd Sternal, Wolfgang Braun
Burgen und Schlösser der Harzregion, Band 4

Diesmal stelle ich Ihnen textlich 49 Burgen und Schlösser vor, die durch zahlreiche Rekonstruktionszeichnungen, Grundrisse, Stiche und Illustrationen veranschaulicht werden, die diesmal allerdings von verschiedenen Künstlern stammen. Ich habe wieder zahlreiche Archive und Bibliotheken durchforstet um Daten, Fakten aber auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen zu tragen. Auch in diesen Band habe ich wieder zahlreiche Burgen und Schlösser aufgenommen, die nicht unmittelbar der Harzregion zugeordnet werden können, mit dieser aber geschichtlich eng verflochten sind. Wer mehr über die Herren dieser Burgen und Schlösser - über die Adelsgeschlechter der Harzregion - wissen möchte, dem empfehle ich meine „Harz-Geschichte“ Band 2 und Band 3. In diesen Büchern setze ich mich mit den geschichtlichen Persönlichkeiten und den entsprechenden Ereignissen in der Harzregion des Früh-, Hoch- und Spätmittelalters auseinander. Dabei spielen natürlich auch die Befestigungsanlagen immer eine Rolle. Ich wünsche Ihnen wieder viel Freude beim Lesen; vielleicht auch beim Erkunden dieser faszinierenden Bauwerke aus längst vergangener Zeit, die uns auch heute noch so viele Rätsel aufgeben.

Gebundene Ausgabe: 26,99 €
180 Seiten, 1 Übersichtskarte, 13 Rekonstruktions- und 33 Grundrisszeichnungen,
14 Stiche, 29 Zeichnungen, Grafiken und Fotos
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